Betonklotz auf der Straße: Ruhender Verkehr von Wolf Vostell

Verbaute Innenstädte, verstopfte Straßen und zwischendrin an jeder Ecke auch noch die sogenannte Kunst im öffentlichen Raum. Doch dieses Werk ist anders. Auf dem Mittelstreifen des Hohenzollernrings in Köln steht seit 1989 ein mächtiger Betonklotz, an dem tägliche Tausende vorbeifahren und -laufen ohne ihn zu beachten. Dabei nimmt Wolf Vostells „Ruhender Verkehr“, entstanden schon 1969, wie kaum ein anderes Kunstwerk Bezug auf Ort und Raum, auf die Innenstadt. Vostell ließ nämlich einen fahrtauglichen Opel Kapitän verschalen und in Beton gießen. Dann stellte er das ummantelte Fahrzeug mit einer Parkuhr in eine Parktasche. 1989 kam der Klotz dann auf den Mittelstreifen. Was sich heute als Kommentar auf Stress, Stau, Umweltverschmutzung lesen lässt, war zur Zeit der Entstehung als Beispiel von Fluxus und Aktionskunst auch ein Aufbegehren gegen klasssische, elitäre Hochkunst. Etwa zeitgleich entstand Bruce Naumans „Concrete Tape Recorder Piece“, ein in Beton gegossener Kassettenrekorder. Auto und Rekorder sind für immer vor Blicken und Umwelteinflüssen jeder Art bewahrt. Aber was, wenn sich in den Blöcken auch innen nur Beton befindet?

Wolf Vostell: "Ruhender Verkehr"

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