Expressionismus am Rhein: Die Bastei von Wilhelm Riphahn

Das ausladende Dach der Bastei, das wie ein Teller oder ein Frisbee in Richtung Rhein schwebt, ist das auffälligste Merkmal des Restaurants im Kölner Norden und sogar schon in die Literaturgeschichte eingegangen: In einem Gedicht träumte sich Joachim Ringelnatz das Dach drehend wie ein Karussel. Der Architekt Wilhelm Riphahn setzte die Bastei 1923-24 auf eine sogenannte Kaponniere, einen massiven, hervorstehenden Raum, von dem aus der Feind direkt beschossen werden sollte. Im Inneren dieses Sockels befinden sich Treppen, Lager und Versorgungsräume. Die Gäste speisen auch heute wieder mit Rundumblick im verglasten Hauptgeschoß. Denn im Zweiten Weltkrieg wurde die Bastei schwer zerstört, konnte aber 1958 von Riphahn selbst wieder aufgebaut werden. Mit den auffälligen Zackenformen des Daches und der prismenförmigen Anordnung der Fenster ist die Bastei ein kleines aber beeindruckendes Beispiel expressionistischer Architektur.

Expressionismus am Rhein: Bastei

1 Kommentar

  1. Die expressionistische Architektur sieht interessant aus, auch wenn ich finde, dass es keine einheitlichen Merkmale gibt, bis auf runde und zackige Formen, die sich hier auch sehr gut erkennen lassen. Der Stil lässt sehr vieles offen, es existieren auch sehr wenige Gebäude im Stil des Expressionismus, aber dieses ist tatsächlich ein schönes Beispiel. Erinnert auch ein wenig an den sozialistischen Stil, der ebenso eine Anlehnung an den Bauhausstil darstellt. Und auch hier erkenne ich irgendwie Parallelen zum Bauhaus.

    mfG

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