Goethe oder Klopstock? Die ZEIT-Leser-Edition

Im inzwischen recht unübersichtlichen Markt der (meist von Zeitungsverlagen veröffentlichten) preisgünstigen Sondereditionen startete die ZEIT in dieser Woche eine neue Aktion. Bei der ZEIT-Leser-Edition kann jeder selbst mitbestimmen, welche 20 deutschsprachigen Literaturklassiker im Herbst als Teil der Reihe erscheinen. In vier Themenblöcken kann online und per Post aus je 25 Vorschlägen ausgewählt werden:

1. Aufklärung, Sturm und Drang, Weimarer Klassik,
2. Romantik, Biedermeier, Vormärz (ab 2.7.),
3. Realismus, Naturalismus, Fin de Siècle (ab 9.7.) und
4. Moderne, Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur (ab 16.7.).

Es gibt sogar die Möglichkeit, Werke vorzuschlagen, die nicht auf den Vorschlagslisten stehen. Die 20 Titel, der Logik nach also aus jedem Block die fünf Texte mit den meisten Stimmen, werden zur Frankfurter Buchmesse verkündet. Zu den Kandidaten der ersten Runde (1750-1799) gehören neben den üblichen Verdächtigen Lessing, Goethe, Schiller, Hölderlin auch „Exoten“ wie Gottsched („Der sterbende Cato“), Lenz („Der Hofmeister“), Klopstock („Oden“ und „Messias“) und immerhin eine Frau (Sophie von La Roche). Bleibt abzuwarten, was sich die ZEIT-Leser lieber ins Regal stellen mögen, die unvermeidbaren Klassiker wie „Faust“ und „Nathan der Weise“ oder ob sie doch auf Bücher Lust haben, die man nicht seit der Schulzeit kennt. Mein persönlicher Favorit ist zum Glück aber auch dabei: „Anton Reiser“ von Karl Philipp Moritz.

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