Mark Braun Architekten: Spreedreieck Berlin

Mark Braun: Spreedreieck, Berlin FriedrichstraßeBerlin Friedrichstraße, Ecke Reichs- tagsufer. An dieser Stelle sollte es stehen, Mies van der Rohes spitzes Glashochhaus. Die Entwürfe aus dem Jahr 1921 sind inzwischen so etwas wie Inkunabeln der Moderne. 20 Geschosse sollte es hoch sein und über einen inneren Erschließungskern mit Fahrstühlen, Treppen und Versorgungsräumen verfügen, so dass an den Außenseiten viel Platz für Glas wäre. Gebaut wurde das Haus nie. Nicht ganz hundert Jahre später verkaufte Berlin das Grundstück. Alles, was darauf gebaut werden würde, müsste sich mit Mies‘ Meisterstück messen lassen.
Viel ist inzwischen über das Projekt Spreedreieck geschrieben worden, es existiert sogar ein eigener Wikipedia-Eintrag. Besonders vernichtend an dem von Mark Braun entworfenen Hochhaus fiel Dieter Bartetzkos Kritik in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung aus. Dabei zitiert Braun, der in den späten 90ern für Sir Norman Foster die Leitung des Reichstag-Umbaus übernahm, an einigen Stellen den alten Entwurf. Politik, Bürokratie und sonstiges Hin und Her machten aus Brauns ursprünglichen Entwurf mit 40 Stockwerken einen düsteren, mittelmäßigen Kompromiss. Wie soll ein Hochhaus seine Wirkung entfalten, wenn es nicht hoch sein darf? Doch noch ist der Bauzaun nicht abgebaut und die Mieter, die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young, nicht eingezogen. Und wer weiß, vielleicht gewöhnt man sich mit der Zeit auch an einen Kompromiss. (Nachtrag August 2009: Die originalen Entwürfe von Mies van der Rohe gibt es noch bis Anfang Oktober in der Ausstellung „Modell Bauhaus“ zu sehen.)
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Mark Braun Architekten: Spreedreieck Berlin

Mark Braun: Spreedreieck, Blick auf den Eingang

Mark Braun: Hochhaus Spreedreieck, Fassade an der Friedrichstraße

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