Demnächst auf Deutsch: Unendlicher Spaß von David Foster Wallace

Ende August ist es endlich soweit. Die deutsche Übersetzung von David Foster Wallace‘ Meilenstein der jüngeren amerikanischen Literatur „Infinite Jest“ erscheint bei Kiepenheuer & Witsch. Sechs Jahre hat Übersetzer Ulrich Blumenbach an „Unendlicher Spaß“, so der Titel, gearbeitet und knapp 1600 Seiten dick wird das Buch hierzulande sein. Im Interview erzählt Blumenbach von seiner oft schwierigen Arbeit und warum kein anderer der „notorischen Dickbuchübersetzer“ den Auftrag angenommen hat. Der Roman war 1996 der Durchbruch für Wallace und wurde dank seiner ungeheuren Vielschichtigkeit schnell mit Werken von den Altmeistern der Postmoderne Pynchon, Gaddis und DeLillo verglichen. Doch der damit einsetzende Rummel um seine Person war Wallace zu viel. In einem sehr persönlichen Porträt im New Yorker wird ein Brief zitiert, in dem sich Wallace bei DeLillo beklagt. Vor allem die Reporter, die das Buch offensichtlich nicht gelesen hatten, ihn trotzdem interviewten und dann Artikel über den Hype schrieben (ohne zu verstehen, dass sie damit den Hype noch weiter anheizten), gingen ihm auf die Nerven. Vielleicht auch ein Grund, warum Wallace bis zu seinem Selbstmord im letzten Jahr keinen weiteren Roman vollendete. Als erste Einführung in das Opus Magnum sei an dieser Stelle nur auf Susannes Aufzählung der wichtigsten Figuren und auf eine Gruppe amerikanischer Blogger hingewiesen, die sich jeden Tag unter dem passenden Titel Infinite Summer ein paar Seiten des Romans vornehmen und kommentieren.

3 Kommentare

  1. Danke für den Verweis auf meinen Blog! Ich möchte dazuerwähnen, dass ich auch „A supposedly fun thing I’ll never do again“ rezensiert habe und diese Essaysammlung immer gerne als Einstieg in D.F.W. empfehle. Dort kann man testen ob man den Stil Wallaces schätzt oder nicht, immer eine gute Idee, bevor man sich auf einen über tausend seitigen Wälzer einlässt! Eines kann ich versprechen, wem D.F.W.s Essays gefallen, der wird Infinite Jest lieben. Obwohl ich mich natürlich nur auf die englische Fassung beziehen kann. Die ist schlichtweg grandios. Ich kann mir kaum vorstellen, wie man derlei adäquat auf Deutsch übersetzt, aber meine Anerkennung für die Arbeit hat der Übersetzer bereits jetzt. Und wenn sich dadurch ein breiterer Leserkreis für D.F.W. erschließt, umso besser!

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