John Flaxman und die Renaissance. Bode-Museum Berlin

Bode-Museum Berlin, Museumsinsel

Eine kleine, sehr sehenswerte Ausstellung ist noch bis zum 12. Juli im (oft menschenleeren) Berliner Bode-Museum zu bestaunen. In nur einem Raum werden unterschiedliche Werke des englischen Neoklassizisten John Flaxman (1755-1826) einem Gemälde Masaccios und einem Relief Donatellos, beides Meisterwerke der Florentiner Frührenaissance, gegenübergestellt. Dabei wird dem Besucher zum einem gezeigt, wie sich Flaxman von Zeichnungen über den Gips hin zum Relief mit einer Anbetung der Könige arbeitet. (Dieses atemberaubend schöne Stück, eine erst vor kurzem als Flaxman-Original identifizierte Leihgabe aus Privatbesitz, ist auch das absolute Highlight der Schau.) Zum anderen kann man Flaxmans Arbeiten immer wieder mit denen der Renaissance-Meister vergleichen. Wie baut er seine Körper? Was macht er mit den Umrisslinien? Wie sind die Figuren im Raum angeordnet? Als Extra gibt es eine echte Wedgwood-Vase zu der Flaxman den Figurenschmuck lieferte und drei Illustrationen zu Dante und Aischylos. Doch auch ohne diese in Berlin selten gezeigten Blätter funktioniert hier, was vor einigen Wochen in der Ausstellung Rothko/Giotto (mehr dazu hier) nicht geklappt hat: Auch dank der hilfreichen, verständlichen Erläuterungen ist jeder in der Lage, Parallelen zu erkennen und so Dinge in den Kunstwerken zu sehen, die ohne Vergleich verborgen geblieben wären. (Flaxmans Relief ist übrigens noch bis Anfang 2010 als Leihgabe in Berlin.)

2 Kommentare

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.