Slightly Foxed: Ein Literaturmagazin für unabhängige Leser

Vier mal im Jahr erscheint in London ein auf den ersten Blick etwas unscheinbares Literaturmagazin, dessen Name übersetzt so viel bedeutet wie „leicht stockfleckig“. Hier geht es um Bücher, die nicht stapelweise auf den Bestseller-Tischen der Buchläden liegen (oder lagen). Dass viele Veröffentlichungen, auch oft älteren Datums, es durchaus verdient haben, gelesen zu werden, ist das Hauptanliegen der Herausgeber und Autoren von „Slightly Foxed„. Ohne viel Drumherum (keine Fotostrecken, keine Leserbriefe, keine Gewinnspiele) stellen unterschiedliche Autoren (meist selbst Schriftsteller, auch mal Buchhändler oder Kritiker – allesamt also erfahrene Leser) ihre Lieblingsbücher vor. Häufig sind diese nicht mehr lieferbar und in einer Fußnote wird man darüber aufgeklärt, in welchem Verlag das besprochene Buch wann zuletzt erschienen ist. Dabei können Romane genauso wie Kinderbücher, Biografien oder Sachbücher besprochen werden. Heft 18 (Sommer 2008) beispielsweise brachte Klassiker der Reiseliteratur, von denen einige auch auf Deutsch erschienen (u.a. Nicolas Bouvier: „Die Erfahrung der Welt„). Aber es gab auch Essays zu Virginia Woolfs „Mrs. Dalloway“ oder zum im Königreich gern gelesenen W.G. Sebald („Die Ringe des Saturn„). Inzwischen erscheinen bei „Slightly Foxed“ auch eigene Bücher, allesamt vergessene Perlen, die wie die in den Rezensionen besprochenen nur darauf warten, entdeckt zu werden.

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