Helene Hanff: 84 Charing Cross Road. Eine Freundschaft in Briefen

Eine lesesüchtige New Yorker Schriftstellerin entdeckt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg eine Anzeige des Londoner Antiquariats Marks & Co, Charing Cross Road Nr. 84, und schickt sofort eine Liste mit ihren „dringendsten Problemen“ nach England. Schon ein paar Wochen später haben die Londoner Profis fast alle bestellten Bücher gefunden und Helene Hanff schreibt den nächsten Brief. Was als nüchterne Geschäftskorrespondenz (Umrechnungskurse, Verrechnungen usw.) anfängt, wird schnell zu einem äußerst kurzweiligen Briefwechsel über Bücher, Literatur und den Alltag in einer entbehrungsreichen Zeit. Frank Doel, der anfangs zurückhaltende Londoner Antiquar, erzählt von fehlenden Eiern, rationiertem Fleisch und der Mangelware Strumpfhosen. Helene in New York, die sich mit Aufträgen für Drehbücher über Wasser hält, hilft sofort und lässt aus Dänemark das Nötigste nach England schicken. Über die Jahre freunden sich die beiden an, Helene wird schnell die Heldin des gesamten Geschäfts. Da aber auch sie stets knapp bei Kasse ist, kann sie erst viele Jahre später nach London fliegen. 1970 erschien der Briefwechsel als Buch und wurde zum Bestseller in der englischsprachigen Welt. In Deutschland wurde „84 Charing Cross Road“ erst 2002 veröffentlicht. Dank Helenes manchmal schnodderigen aber immer warmherzigen Sprüchen ist es ein wunderbarer Roman über Literatur und Freundschaft! 1987 wurde er mit Anne Bancroft und Anthony Hopkins verfilmt („Zwischen den Zeilen“). Und für alle, die wissen wollen, was Helene so liest, listet Wikipedia sogar alle erwähnten Bücher auf.

4 Kommentare

  1. Bei einer lesesüchtigen Tante kommt man mit dieser Veröffentlichung natürlich zu spät, um damit Lust auf einen bevorstehenden London-Aufenthalt zu schüren.
    Egal, ich fand das Buch wunderbar und kann es kaum erwarten, einmal wieder auf der Charing Cross Road zu spazieren…

  2. Vielen Dank für diese Empfehlung! Beide Bücher wurden bereits bestellt und werden sehnsüchtig erwartet. Danach erfolgt das „Tanten-Experiment“.

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