Philippe Bertrand: Patacloc

Was passiert eigentlich, wenn die Menschheit immer so weitermacht mit der Umweltzerstörung? Diese Frage stellten sich ja schon viele Schriftsteller. Der Franzose Philippe Bertrand hatte eine besonders originelle Idee: Haben sich die Menschen erst einmal selbst ausgerottet, übernehmen mutierte Insekten die Macht. Und was passiert mit der Weltstadt Berlin? Die Gebäude verfallen zwar, doch übt die Stadt nach wie vor eine große Anziehungskraft aus, auch und gerade auf Insekten. Allerdings gibt es eine gefährliche, Käfer mordende Geheimgesellschaft, die die Einwohner der dunklen, schmutzigen Metropole in Angst und Schrecken versetzt. Titelheld Jeremias Patacloc, eine französische Mücke, folgt einer Einladung des Humanwissenschaftlers Professor Pluto (alte Grille) nach Berlin. Doch als er in der Humboldt-Universität eintrifft, hängt der Professor aufgeschlitzt von der Decke. Schnell wird Jeremias verdächtigt, gerät in das Visier der Ermittlungen. Zum Glück lernt er aber den Journalisten Leberecht (Maikäfer) kennen, der ihm aus der Patsche hilft. Und zu einem echten Krimi gehört ja auch immer etwas Liebe: Jeremias verguckt sich in die Libelle (mit Wespentaille) Charlotte de la Motte, die auf geheimnisvolle Weise mit den Morden zu tun hat. Dank vieler witziger Einfälle, einer spannenden (und oft auch blutrünstigen) Geschichte und niedlichen Illustrationen (der Autor ist auch Comic- und Trickfilmzeichner) sind die 140 Seiten ein großes Vergnügen. Ob Bertrand mit seinem Mini-Roman ein paar schlimme Nächte in einem ranzigen Berliner Hotel (Kakerlaken in der Dusche, Käfer unterm Bett) verarbeitet, ist allerdings nicht bekannt. (Erschienen bei Jacoby & Stuart.)

1 Kommentar

  1. Das habe ich mir vorgemerkt, ich warte nur noch auf die nächste Sammelbestellung. Krimi mag ich. Französischsprachige Bücher tauchen sonst fast gar nicht auf meinem Radar auf.

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