Was liest eine Präsidentengattin?

Spätestens seit dem großen Erfolg von Alan Bennetts wunderbarem Buch „Die souveräne Leserin“ über das Leseverhalten von Königin Elisabeth II. ist bewiesen, dass die Leute wissen wollen, mit welcher Lektüre sich Prominente beschäftigen (bzw. beschäftigen könnten). Vor kurzem tauchten im Nachlass des 26. amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt (1858-1919) eine Menge Briefe seiner zweiten Frau Edith Kermit (1861-1941) auf, mit denen sie nach dem Tod ihres Mannes bei der New York Society Library Bücher bestellte und in denen sie die bereits gelesenen kommentierte. Auch wenn man davon ausgeht, dass Edith Roosevelt viele Briefe vernichtete, sind fast 600 erhalten und die schönsten noch das gesamte Jahr in einer Ausstellung zu sehen. Doch was hat Edith Roosevelt nun gelesen? Sie begann mit Agatha Christi, dem Bloomsbury-Dichter Lytton Strachey und einem Sachbuch über chinesische Bontanik. Rechnet man alle erwähnten Bücher zusammen, muss die Witwe bis zu vier Bücher in der Woche verschlungen haben. Wobei ihr die modernen Zeitgenossen wie John Steinbeck, Walt Whitman, Mark Twain, Henry James und Thomas Mann weniger zusagten und sie Gustave Flauberts „Madame Bovary“ regelrecht verabscheute. Am liebsten las sie Krimis – aber nur solange Sex keine allzu große Rolle spielte. Ihre Lieblingsautorin war Jane Austen, deren Romane sie sogar mehrfach durcharbeitete! Mehr über Edith Roosevelt und ihre Korrespondenz mit der Bibliothekarin Marion King beim New Yorker oder der New York Times.

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