Richard David Precht: Wer bin ich und wenn ja, wie viele?

Dürfen wir Tiere essen? Was sind Gefühle? Gibt es Gott? – Diese und noch viele andere wichtige Fragen stellt der Philosoph Precht sich und dem Leser auf ziemlich lehrreichen 400 Seiten. Gleich zu Beginn des Bestsellers „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“ macht er klar, dass sein Buch keine chronologische Geschichte der Philosophie sein will, sich eher vielen offenen philosophischen Fragen widmet, indem – und das ist etwas besonderes für Philosophen – Forschungsergebnisse anderer Wissenschaften einbezogen werden. So berichtet Precht anekdotenreich von naturwissenschaftlichen Experimenten, erzählt von Untersuchungen aus Psychologie, der Verhaltens- und der Hirnforschung. Und gerade das macht seine Gedankengänge in den meisten Fällen so anschaulich: Von einer oft originellen Begebenheit, hin und wieder auch aus dem eigenen Leben, entwickelt er Pro und Contra, wägt ab und überlässt nach einer nachvollziehbaren Argumentation dem Leser den letzten Schluss. Wer sich also eindeutige Antworten, etwa auf die eingangs zitierten Fragen, erhofft, bekommt stattdessen etwas viel Besseres, nämlich das philosophische Rüstzeug, sich selbst auf den Weg zu machen. Und da Precht in fast allen Kapiteln Themen anspricht, die immer wieder nur in Kurzfassung die Tagesnachrichten bestimmen, ist sein Buch auch bestens zum Nachschlagen geeignet, wenn mal wieder nur in zwei Sätzen von z.B. Sterbehilfe, Abtreibung, Klonen die Rede ist.

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