Meyer, Boyle, Scheck – Die Leipziger Buchmesse 2009

Buchmesse: Die Leute drängen sich in den Hallen, in den Händen große Tüten randvoll mit Verlagsprospekten (und geklauten Büchern?). Deutschlands kleine und unabhängige Verlage präsentierten ihre Autoren auf einer gemeinsamen Lese-Insel. Für den Leipziger Verlag Voland & Quist (hier der Verlagsblog) stellte Publikumsmagnet Clemens Meyer („Als wir träumten“) am Donnerstag den serbischen kroatischen Autor Edo Popović vor und las aus dessen Buch „Die Spieler“. (Ein seinem FAZ-Blog schreibt Meyer warum er den Roman so gut findet.) Noch mehr Messe-Besucher wollten am Freitag T.C. Boyle live erleben (mehr zu seinem neuen Roman „Die Frauen“ hier): Der Meister zeigte sich trotz (oder gerade wegen?) einer sehr nervösen Jung-Moderatorin sehr souverän und sorgte für einige Lacher (Videomitschnitt der Leipziger Volkszeitung). Literaturkritiker Denis Scheck („Druckfrisch“), ebenfalls bekennender Boyle-Fan, bewies mal auf dem Stand der ARD, mal im gläsernen Studio des Deutschlandfunks, dass er es auch live versteht, die Leute mit seiner Literaturbegeisterung anzustecken. Seinen Interviews z.B. mit Sibylle Lewitscharoff (Preis der Leipziger Buchmesse für den Roman „Apostoloff“) merkte man von der ersten Minute an, dass er die Bücher, über die er spricht auch gelesen hat! Und da war doch noch was? Der lang erwartete Verkaufsstart vom E-Book PRS-505 von Sony löste in Leipzig keine Begeisterungsstürme aus. Knapp 300 Euro für ein Gerät, das von den technischen Entwicklungen längst überholt wurde, sind selbst für Fachleute zu viel. Vorherrschende Meinung: Es braucht kein extra E-Book, vielmehr wird es bald Kombi-Geräte geben, mit denen man lesen, surfen, schreiben, telefonieren, Musik hören und Filme gucken kann. Umso wichtiger bleibt allerdings die Frage für Verlage, in welcher Form sie in Zukunft ihre Bücher vertreiben und wie geistiges Eigentum im digitalen Zeitalter zu sichern ist.

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