Rothko/Giotto – Die Berührbarkeit des Bildes. Gemäldegalerie Berlin

Es hätte so schön sein können, denn die Idee war so einfach wie genial: Dem Betrachter werden nur drei Kunstwerke präsentiert. Er ist gezwungen, endlich wieder sehen zu lernen. Dass zwischen Giotto und Rothko mehr als 600 Jahre liegen, spielt da keine Rolle. Es geht um Farbe, Körper und Raum. Doch dann das: Eine abgetrennte Ecke eines kleinen Kabinetts, ohne Platz zurückzutreten und ohne Ruhe. Man muss sich in die Bilder vertiefen können, um sie überhaupt zu begreifen. Vor dem kleinen Raum stauen sich die Besucher, lösen die Alarmanlage aus. Das Licht und erst recht die an vielen Stellen angegriffene graue Wandbespannung hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck. Der auf dem tragbaren Abspielgerät gezeigte Film bringt einem das Thema nicht näher. Statt auf die Originale soll man auf den pixeligen Mini-Bildschirm schauen? Warum hat man das Kabinett nicht komplett geräumt? Warum nicht einen leichter zugänglichen Raum zum Beispiel in der Studiengalerie genutzt? Und warum gibt man Hightech-Geräte aus, die verwirren anstatt aufzuklären? Idee großartig – Umsetzung leider mangelhaft!

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