Embedded Art. Kunst im Namen der Sicherheit

Ist es endlich vorbei mit den immer gleichen Mega-Events, in denen überteuerte Popcorn-Kunst ausgestellt wird, über die man nicht nachzudenken braucht? Es scheint, dass sich Ausstellungsmacher in Zeiten der Krise wieder Kunstwerken zuwenden, die auch etwas zu sagen haben. Nach „Politcal/Minimal“ in den Kunstwerken gibt es jetzt in der Berliner Akademie der Künste  „Embedded Art„, eine Ausstellung die Auftragsarbeiten internationaler Künstler zeigt, die sich mit aktuellen Fragen der Sicherheit; den Spannungsfeldern zwischen Terror, Kontrolle und Angst beschäftigen. Videos, Fotografien, Installationen und Gemälde werden in zwei getrennten Ausstellungsbereichen gezeigt und schon beim Betreten des Gebäudes wird der Besucher selbst zu einer Auseinandersetzung mit dem Thema gezwungen: Man muss sich Informationen von einem erhöhten Terminal geben lassen, wird im wahrsten Sinne des Wortes von oben herab behandelt. Den größeren Teil der Ausstellungsstücke gibt es in den verwinkelten Kellergeschossen, die man nur unter Leitung eines Wachmannes in Sicherheitsweste betreten darf. Für jeden Raum bleiben zehn Minuten, dann wird die Gruppe höflich weiter gelenkt. Immer wieder stehen kleine Kameras in den Ecken – erst wenn man den oberen Teil der Ausstellung betritt, sieht man wohin diese ihre Bilder liefern. Eine Fahrt mit dem Lastenaufzug, dessen Türen sich in drei Etagen vor Bildern von Moritz R® öffnen, gehört genauso dazu wie ein Fingerscan, der nicht den Fingerabruck speichert, sondern ein individuelles Kunstwerk errechnet. Auch wenn das ungewöhnlich Ausstellungskonzept einzelne Kunstwerke zu erdrücken droht, ist „Embedded Art“ endlich wieder eine Schau mit politischer und gesellschaftlicher Relevanz!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.