Michail Bulgakow: Die Arbeiterkommune im Elpit-Haus

Fünf Jahre nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution schreibt Bulgakow diese kurze Erzählung vom Untergang eines einst prächtigen Riesenhauses.  Fahrstühle, zentrale Heizung, pompöse Dielen – das ist jetzt alles verschwunden. Stattdessen: nasse Wäsche, dunkle Flure, ruiniertes Parkett. Hausverwalter Christi hat viel zu tun. Doch als das Heizöl zu lange ausbleibt und die Bewohner mit kleinen Öfen ihre Wohnungen erwärmen, bricht ein Brand aus, der schließlich das gesamte Haus zerstört.

„Unwissend sind wir. Unwissend. Lehren muss man uns dumme Menschen …“ so am Ende die Mieterin, deren illegaler Ofen das Feuer verursachte. Offener kann Kritik nicht nur an Arbeiterkommunen, wie sie zu der Zeit wirklich enstanden, sondern auch an der Machtübernahme des Volkes in allen Bereichen nicht geäußert werden.

Doch durch die üppigen, mit witzigen Dialog-Schnipseln („Manja! Maaanja! Wo bist du?“) versehenen Schilderungen des Hauses und seiner Bewohner, des (ehemaligen) Besitzers und des Verwalters entsteht ein lebendiges und vielschichtiges Bild von Leben und Alltag in einer Mietskaserne. Rätselhafte Begebenheiten und surreale Ereignisse, zum Beispiel ein am Himmel erscheinendes Tier, verleihen der Geschichte zusätzliche Dimensionen. Auch in autobiographischer Hinsicht ist die Erzählung aufschlussreich, da Bulgakow selbst in einem ähnlichen Haus gelebt hat.

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