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Humunculi auf Speed: Graffitis von Muro

Kleine Straßencafés, enge Gassen und dann plötzlich sowas: Großartig durchgeknallte Riesen-Graffitis an genau den Ecken von Santa Cruz (Teneriffa), wo man am wenigsten damit rechnet. Da bastelt ein verrückter Doktor Frankenstein mit offenem Schädel an kleinen Teddybären. Ist die an Lady Gaga erinnernde Dame an der nächsten Ecke eine seiner Kreaturen, so wie die Homunculi in den Schraubgläsern hinter ihr? Ein Taucher macht sich unterdessen bereit zum Einstieg in die Unterwelt. Und der Tod wartet schließlich geduldig auf den unterernährten (Loch im Bauch!) Krieger auf Speed. Die phantasievollen Farbexplosionen stammen von Muro, der auch auf dem spanischen Festland künstlerisch tätig ist, auch Plakate und Shirts gestaltet. Mehr von Muro in seinem Blog, vor allem aber auf seiner Myspace- und Flickr-Seite.

Doctor Chiflado - Der durchgeknallte Doktor

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Filed under Kunst

Herzog & de Meuron: Tenerife Espacio de las Artes

Sie sind das einflussreichste und bekannteste Architektenteam der Gegenwart. Großprojekte wie der Umbau eines alten Kraftwerks zur Tate Modern in London, die Allianz-Arena in München oder das Olympia-Stadion in Peking (“Vogelnest”) wurden im Büro von Jacques Herzog und Pierre de Meuron entworfen. Doch auch abseits der Metropolen und bei nicht ganz so großen Bauaufträgen beweisen die Schweizer ihren Mut zu Innovationen:
Im Herbst 2008 eröffnete in Santa Cruz mit dem Tenerife Espacio de las Artes, kurz TEA, ein Kunst- und Ausstellungszentrum, das neben dem Óscar Domínguez gewidmetem Museum auch eine Bibliothek, einen Hörsaal, ein Restaurant und einen Shop beherbergt.
Das TEA entstand in Zusammenarbeit mit dem spanischen Architekten Virgilio Gutiérrez. Es liegt im Stadtzentrum an einem Hang zwischen einer Brücke und einem Kanal. Der Grundriss hat die Form eines Rechtecks, dem durch versetzte Diagonalen ein Dreieck in der Mitte herausgeschnitten wird. Dort befindet sich der geöffnete Innenhof, über den man auch ins Innere des Gebäudes gelangt. Eine diagonale, offen zugängliche Rampe reicht von der oberen bis zur unteren Ebene und führt mitten durch das Gebäude.
Die Außenseiten scheinen auf den ersten Blick wehrhaft, erinnern durch die Pixel- oder Tetrisformen der Fenster dann aber schnell an abstrakt-geometrische Gemälde oder auf der Kanalseite an einen nicht entschlüsselbaren Computercode. Am groben Sichtbeton zeigen sich außen die Spuren des Regens. Dunkle Bodenplatten rund um das TEA grenzen es noch stärker von der Umgebung ab. Im Inneren gibt es zahlreiche große Ausstellungsräume und noch bis Januar 2010 werden unter anderem Landschaftsfotos von Thomas Ruff präsentiert, die sich in ganz ähnliche Pixel auflösen, wie die Außenwände des Gebäudes selbst.

Herzog & de Meuron: Tenerife Espacio de las Artes

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Filed under Architektur

Santiago Calatrava: Auditorio de Tenerife

Ein Segel im Wind, die Flosse eines riesigen weißen Fisches oder ein steinernes Palmenblatt – egal, welches Bild einem vorschwebt – Santiago Calatravas Kongress- und Konzerthalle in Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz ist unglaublich schön. Das mit unzähligen unregelmäßigen weißen Kachelstücken verkleidete Gebäude strahlt in der Sonne besonders hell. Der Architekt verweist hiermit auf Antonio Gaudi, der seine Gebäude ebenfalls mit Keramikscherben schmückte. Die 2003 eröffnete Halle steht direkt an der Küste und zeigt in Richtung See, die Sichel schwingt quasi in Fahrt- oder Windrichtung nach hinten. Die umliegenden Terrassen und der Betonsockel nehmen die spitzen und geschwungenen Formen des Gebäudes wieder auf. Neben Gaudi sind noch weitere Vorbilder im Gespräch: Mendelsohns Einsteinturm in Potsdam oder Utzons Opernhaus in Sydney weisen Ähnlichkeiten in der ausdrucksstarken Formensprache auf.

Auditorio de Tenerife von Santiago Calatrava

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