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Brötchenwatte

Sonntag, 17. Mai 2009 9:08

Wie nennt man eigentlich das Innere eines Brötchens? Bei dem vor kurzem zu Ende gegangenen 3sat-Wettbewerb “Uns fehlen die Worte” wurde dazu aufgerufen, die weißen Flecken im deutschen Wortschatz kreativ und eindeutig zu füllen. Aus mehr als 1000 Einsendungen wurden 70 neue Worte ausgewählt, die zusammen mit Texten der Jurymitglieder (u.a. Axel Hacke, Kathrin Passig, Rafik Schami und Feridun Zaimoglu) jetzt bei dtv veröffentlicht werden. Neben der Brötchenwatte haben Regenwürze (Geruch nach einem Sommerregen), balzwund (jemand, der unter Liebeskummer leidet) und nörrisch (ein nörgeliger und mürrischer Mensch) den Beifall der Jury gefunden. So schön kann die deutsche Sprache sein!

Thema: Literatur | Kommentare (1) | Autor: Steffen

Die Sprache Deutsch. Deutsches Historisches Museum Berlin

Montag, 23. März 2009 12:58

Das Thema Sprache erhitzt immer wieder die Gemüter. Von vermeintlichen Sprachverunreinigungen bis zum Unwort des Jahres - stets gibt es große öffentliche Diskussionen. Warum nicht einmal die Geschichte der deutschen Sprache in einer umfassenden Ausstellung beleuchten? Vielleicht lassen sich ja aktuelle Themen geschichtlich erklären? Doch was das Deutsche Historische Museum derzeit in einer Sonderausstellung präsentiert, hinterlässt keinen bleibenden Eindruck und trägt leider auch nicht zur Meinungsbildung bei. Was sich auf der Homepage der Ausstellung so klar und verständlich präsentiert, ist vor Ort leider kaum nachzuvollziehen. Die Einteilung in Kapitel bekommt niemand mit. Die Besucher werden mit Informationen regelrecht überschüttet; in etlichen Vitrinen liegen hunderte aufgeschlagene historische Bücher (Warum gerade dieses Werk? Warum gerade diese Seite?). Die vielen kleinen Texte und der Audioguide tragen zur Verwirrung bei und erklären fast nie, warum das Objekt für die Entwicklung der deutsche Sprache wichtig ist. Je weiter man sich in den düsteren Raum begibt, desto mehr verstärkt sich der Eindruck eines wahllosen Sammelsuriums. Als ob Praktikanten alles zusammengetragen hätten, was irgendwie mit Sprache zu tun hat. Schallplattenhüllen, Brigadebücher, den Volksempfänger usw. werden gezeigt, ohne dass an einem einzigen Beispiel erklärt wird, welche Sprache sie wann und wie transportierten. Nur manchmal bekommt man wirklich etwas erklärt (in einem 20-minütigen Film) oder anschaulich präsentiert (in den wenigen Videos mit Sprachbeispielen). Technische Mängel (die Audiogeräte springen vor einigen Objekten automatisch an) und Unstimmigkeiten (die Weltkarte der Sprachverteilung zeigt andere Fakten als der entsprechende Audiobeitrag) tragen zur allgemeinen Unzufriedenheit bei. Noch bis 3. Mai 2009 im Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums.

Thema: Literatur | Kommentare (2) | Autor: mulliner

Wörter von heute und morgen. Die Wortwarte

Donnerstag, 19. März 2009 9:20

Googelaner, Amokforscher, Konzernkleptokrat - die letzten Neuzugänge der Wörtersammlung wortwarte.de zeigen sofort, wie aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen Auswirkungen auf die Sprache haben. Schon seit neun Jahren werden am Tübinger Seminar für Sprachwissenschaft Zeitungstexte nach Neologismen untersucht und in einer umfangreichen Online-Datenbank veröffentlicht. Wie Wetter- und Sternwarten beobachtet die Wortwarte neueste Erscheinungen, nur eben auf dem Gebiet der Sprache. Und auch wenn mit Sicherheit nicht alle Neuschöpfungen in den alltäglichen Sprachgebrauch übergehen, ein Einstieg in das Archiv ist ein unterhaltsamer und aufschlußreicher Blick auf Sprache und Gesellschaft.

Thema: Literatur | Kommentare (0) | Autor: mulliner