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Cosima von Bonin in Köln

Dienstag, 1. November 2011 19:16

Am 4. November öffnet im Museum Ludwig eine große Einzelausstellung mit Werken der Künstlerin Cosima von Bonin (mehr zur Ausstellung hier). Auf der Südseite des Museums stehen drei Tage vor Eröffnung unter freiem Himmel und offen zugänglich die großen Skulpturen “Tagedieb” (2010) und “Smoke” (2008, Cosima von Bonin zusammen mit Michel Würthle). Im letzten Jahr wurde die Installation bereits in Wien gezeigt, damals hing eine Spinne an der über 2,5 Meter langen Nase des offensichtlich lügenden Pinocchio (mehr zur Konstruktion hier). Aus der Zigarette am Laternpfahl qualmte bunter Neon-Rauch. Doch noch ist der Bauzaun nicht entfernt, bis zur Eröffnung wird die Installation in Köln sicher noch um Spinne und Stromanschluss ergänzt.

Cosima von Bonin, Tagedieb (2010) im November 2011 in Köln

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Rieseneis in Köln: Oldenburgs “Dropped Cone”

Sonntag, 16. Januar 2011 16:09

Erdbeer, Schoko oder Vanille? Die Eistüte auf dem Dach der Kölner Neumarkt-Galerie ist mit 12 Metern Höhe zwar riesig, birgt aber nur eine einzige Kugel Vanille-Eis. Und das fängt auch schon an zu schmelzen! Die witzige Skulptur „Dropped Cone” (2001) der Pop-Art-Künstler Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen hätte auch vor Schreck einem Riesen aus der Hand gefallen sein können, als er in Richtung Kölner Dom guckte. Die Eistüte steht nämlich gerade nicht wie vor der Eisdiele aufrecht, sondern steckt verkehrtherum auf einer Gebäudeecke. Oldenburg ist bekannt für seine ironischen Kommentare zu Konsum und Warenwelt. Seine Markenzeichen sind extrem vergrößerte Alltagsgegenstände wie Wäscheklammern, Tortenstücke oder Federbälle (hier andere spektakuläre Großobjekte). Die Kölner Skulptur wertet nicht nur langweilige 08/15-Architektur auf, sie befindet sich auf dem Dach einer Einkaufspassage und am Beginn der Schildergasse, einer großen Fußgängerzone, - also genau am richtigen Ort für unterhaltsame Konsumkritik.

Eine Eistüte über der Stadt: Dropped Cone von Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen (2001)

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Preussen-Pop-Up: Moritz Götze vor dem Schloss Charlottenburg

Dienstag, 13. Juli 2010 22:36

Die große Luise-Ausstellung in Charlottenburg ist zwar schon vorbei, doch vor dem Schloss stehen noch immer drei große und flache Metall-Skulpturen von Moritz Götze. Immer wieder zitiert Götze alte Kunst; in diesem Fall die berühmte marmorne Prinzessinnengruppe von Johann Gottfried Schadow mit Königin Luise und ihrer Schwester Friederike. Mit seinen typischen schwarzen Comic-Konturen projiziert Götze die Vorderansicht der Skulptur auf eine Fläche, die mal rot, gelb oder blau ist. Wo im Original der Schatten in die Vertiefungen des Marmors fällt, läuft hier das Schwarz beinahe abstrakt ineinander. Und doch kann jeder Preußen-Kenner die Figuren schon an den Umrissen erkennen.
Im letzten Jahr wurden weitere große Skulpturen von Moritz Götze im Park von Schloss Neuhardenberg ausgestellt. Eine Prinzessinnengruppe war damals auch schon dabei.

Moritz Götze nach Johann Gottfried Schadow

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Robert Berks: Albert Einstein Memorial

Sonntag, 4. April 2010 9:44

Endlich ein Denkmal zum Kuscheln! Auch wenn der bronzene Albert Einstein mehr als 3,5 m hoch ist, sitzt er doch so entspannt (Sandalen!) und einladend auf dem Gelände der National Academy of Sciences in Washington D.C., dass jeder sofort grinsend zu ihm eilt, um sich anzulehnen oder gleich auf den Oberschenkel zu klettern. Doch das besonders bei Kindern beliebte Denkmal des amerikanischen Bildhauers Robert Berks bietet noch mehr: Auf dem Notizblock in Alberts Hand finden sich seine drei wichtigsten Formeln (Fotoeffekt, Äquivalenz von Masse und Energie und natürlich die allgemeine Relativitätstheorie), auf der Sitzbank aus weißem Granit stehen drei berühmte Zitate und auf dem Boden vor ihm zeigen über 2700 Metallstifte den Stand von Sonne, Mond, Sternen und Galaxien vom 22. April 1979, dem Eröffnungstag des Denkmals und Einsteins 100. Geburtstag.

Albert Einstein Memorial in Washington D.C.

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Der Georg-Kolbe-Hain in Berlin

Freitag, 14. August 2009 19:07

Nicht weit vom ehemaligen Wohnhaus und Atelier, dem heutigen Museum des Bildhauers Georg Kolbe (1877-1947), findet man einen öffentlichen Park, den seit 1957 fünf große Bronzefiguren von Kolbe schmücken. Alle Skulpturen stammen aus dem Spätwerk Kolbes und wurden erst nach seinem Tod in Bronze gegossen. Die Gipsmodelle befinden sich im Besitz des Kolbe-Museums.
Kolbe, der sich um die Jahrhundertwende intensiv mit Auguste Rodin auseinandersetzte und später kurz mit expressionistischer Kunst in Kontakt kam, näherte sich in seinen Werken ab Mitte der 1920er Jahre einem klassisch-heroischen Menschenbild. Er liess sich nicht wie Arno Breker oder Josef Thorak komplett von den Nationalsozialisten vereinahmen, konnte trotzdem weiter in Deutschland arbeiten. Seine Werke waren anerkannt und wurden mehrfach in den Großen Deutschen Kunstausstellungen in München ausgestellt.
Die Entwürfe zu den im Georg-Kolbe-Hain aufgestellten Skulpturen entstanden allesamt zur Zeit des Nationalsozialismus. Die “Große Kniende” (1942/43), fast zwei Meter hoch, sollte als ein Teil einer zweiteiligen Gruppe vor einem Heim der Hitlerjugend in Eilenburg (Sachsen) stehen. Die Figur “Dionysos” (1932) ist etwa 2,60 Meter hoch und zeigt den Gott des Weines mit gesenktem Kopf in ungewöhnlicher Schrittstellung. Man nimmt an, dass die Figur ein Ergebnis von Kolbes Beschäftigung mit Friedrich Nietzsches “Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik” ist. Ebenfalls überlebensgroß: die “Ruhende Frau” (1939/41), die Kolbe als Teil einer nie ausgeführten Ergänzungsgruppe für ein Richard-Wagner-Denkmal in Leipzig entwarf. Am anderen Ende des Parks steht die Gruppe “Mars und Venus” (1939/40), zwei Akte in  komplizierter Anordnung. Dass zumindest durch die Wahl des Titels, wie auf einer im Kolbe-Museum ausliegenden Kopie vermutet wird, auf den gerade begonnenen Zweiten Weltkrieg angespielt wird (Mars ist in der römischen Mythologie der Gott des Krieges), klingt einleuchtend. Die letzte Skulptur, “Der Große Stürzende” (1940/42), geplant als Teil eines Kriegerdenkmals in Potsdam, stellt einen pathetisch zusammenbrechenden, nackten Soldaten dar.
Überlebensgroße Akte, kräftig gebaut und ohne jegliches erzählendes Beiwerk: Mit großen Gesten versuchte Kolbe in seinen fünf Skulpturen ein klassisches Ideal heraufzubeschwören, das in der internationalen Kunst zur gleichen Zeit kaum mehr eine Rolle spielte. Die Kunstwerke in dem stillen, halb verwilderten Park, der seit 1989 unter Denkmalschutz steht, sind trotz ihrer widersprüchlichen und problematischen Aussagen ein wichtiges Stück deutscher Kunstgeschichte. Ein Besuch des Hains ist also unbedingt zu empfehlen.

Große Kniende, Georg Kolbe 1942/43

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Eduardo Paolozzi: Newton

Mittwoch, 20. Mai 2009 11:47

Eduardo Paolozzi: Newton

Eduardo Paolozzi: Newton (after Blake)

Der in Schottland geborene Paolozzi (1924-2005) war einer der wichtigsten britischen Pop Art-Künstler. Neben Drucken und Collagen sind vor allem seine Arbeiten für den öffentlichen Raum berühmt. Zum Beispiel die Mosaike für die Londoner U-Bahn-Station Tottenham Court Road oder die Skulptur “For Leonardo” direkt neben der Alten Pinakothek in München. 1995 schuf Paolozzi nach Motiven von William Blake (1757-1827) eine überlebensgroße Skulptur von Isaac Newton für den Innenhof der British Library in London.

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Anish Kapoor: Cloud Gate in Chicago

Freitag, 1. Mai 2009 9:11

Vor ein paar Jahren gab es an dieser Stelle noch ein häßliches Bahnhofsgelände, doch zum Jahrtausendwechsel baute man in Chicago, nur ein paar Schritte vom Michigansee entfernt, den Millennium-Park. Zu dessen Highlights zählt neben einer atemberaubenden Freilichtbühne von Frank O. Gehry die über 100 Tonnen schwere Stahlskulptur “Cloud Gate” von Anish Kapoor. Seit der Enthüllung 2004 ist das gewölbte, bohnenförmige Kunstwerk zum Lieblingsfotomotiv aller Touristen geworden. Denn selbst bei schlechtem Wetter spiegeln sich in ihm die vielen Hochhäuser! Der in Mumbai geborene und in London lebende Kapoor macht mit seinen spektakulären Kunstwerken desöfteren von sich reden. In seiner letzten Installation “Shooting into the Corner” in Wien, feuerte eine große Kanone rote Farbpatronen an die Wand. Hier ein Video dazu.

Anish Kapoor: Cloud Gate.

Anis Kapoor: Cloud Gate in Chicago

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Sumerischer Priester vermisst

Samstag, 10. Januar 2009 10:53

Vermisst: IM5572. Große, sandfarbene Statue eines männlichen Priesters aus Stein, 15.2 x 38 cm groß, mit einer Inschrift auf der rechten Schulter, in der die Göttin Nin-shu-pur erwähnt wird. Angeblich in der Nähe der sumerischen Stadt Adab (im Osten des heutigen Iraks) gefunden. Zu datieren in die Frühdynastische Periode des Altsumerischen Reiches (nach 2800 v. Chr.). Meldungen über den Verbleib an das FBI!

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