Tag-Archiv für » schwul «

Íñigo Hernández Tofé: Axel Hotel Berlin

Donnerstag, 9. Juli 2009 11:29

Hotel Axel BerlinDieses Gebäude in den Farben Schwarz und Gold präsentiere Einfachheit und Eleganz gleichzeitig, so der spanische Architekt Íñigo Hernández Tofé über sein Hotel Axel in Berlin. Das Haus steht auf einem schmalen Streifen, direkt an der Lietzenburger Straße in Berlin-Schöneberg. Die insgesamt 86 Zimmer der sechs Etagen erreicht man jeweils über kreisförmige Empfangsräume. Von außen sind diese als turmähnliches Scharnier in der Mitte sichtbar und auch an den Seiten des Baus nimmt der Architekt diese runde Form bis hin zum Pool an der Spitze der Dachterrasse wieder auf (auf den Fotos rechts oben). Berlin ist nach Buenos Aires und Barcelona der dritte Standort der Hotelkette, die sich vornehmlich an schwule Gäste richtet (Motto: “heterofriendly”). mehr Fotos

Thema: Architektur | Kommentare (2) | Autor: Steffen

Matthias Frings: Der letzte Kommunist

Montag, 15. Juni 2009 13:09

Das Leben des Schriftstellers Ronald Schernikau ist so voll von geschichtsträchtigen Episoden, dass man sich fragt, warum erst 18 Jahre nach seinem Tod eine umfangreiche Biographie erscheint. Aber schon nach ein paar Seiten in Matthias Frings’ dickem Buch “Der letzte Kommunist. Das traumhafte Leben des Ronald M. Schernikau” wird klar, warum so viel Zeit vergehen musste. Um die Geschichte und vor allem den Ideenkosmos Schernikaus nachvollziehbar zu erzählen, braucht man einfach Zeit. Denn einen, der stets gegen den Strom schwamm und immer zwischen allen Stühlen saß, kann man nicht einfach so nebenbei abhandeln.

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Thema: Literatur | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Herbert Tobias - Blicke und Begehren

Montag, 9. März 2009 9:04

Rauchende Diven, träumende Männer und der halbnackte Andreas Baader - kaum ein deutscher Fotograf der Nachkriegszeit hinterließ ein so stimmungsvoll-abwechslungsreiches Werk wie Herbert Tobias. Mitte der zwanziger Jahre geboren, in den Fünfzigern ein gefragter Modefotograf in Paris und Berlin, ist er heute vor allem durch seine Porträts von Leander, Kinski und Knef bekannt. Er verhalf der jungen Christa Päffgen mit Modefotos zur Weltkarriere, die sie kurz darauf unter dem Namen Nico machte. Andere Bilder sind weniger leicht fassbar: Mal scheinbare Momentaufnahmen, mal pathetisch-melancholische Inszenierungen. Die erste umfassende Tobias-Ausstellung zeigt das Lebenswerk daher nicht chronologisch, sondern treffend nach Stimmungen geordnet.
Sein Schwulsein hat Tobias nie versteckt: Ob aneinander gekettete Nackte, Genet-inspirierte Theatralik oder androgyne Selbstporträts - auch sein Männerbild ist äußerst vielschichtig. Und für viele zu anspruchsvoll: Tobias geriet in Vergessenheit, starb verarmt. Seine Bestattung übernahm 1982 das Hamburger Sozialamt. Zeit für eine Wiederentdeckung! Nach Berlin im letzten Jahr macht die Ausstellung ab 7. Mai in den Hamburger Deichtorhallen Station. Der Katalog ist bereits im Steidl Verlag erschienen.

Thema: Kunst | Kommentare (0) | Autor: mulliner