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New Museum of Contemporary Art in New York

Mittwoch, 17. März 2010 12:22

Sejima and Nishizawa and Associates (SANAA): New Museum

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Thema: Architektur, Kunst | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Skin Fruit. New Museum New York

Montag, 15. März 2010 20:03

“Megas Dakis”, der große Dakis, heißt ein Portrait des griechischen Sammlers Dakis Joannou von Roberto Cuoghi. Auch wenn es nicht gerade prominent in der Ausstellung “Skin Fruit” im New Museum platziert ist, ist es doch eins der beiden Kunstwerke, mit denen sich am besten ein Einstieg in die Anfang März eröffnete Schau finden lässt. Dakis ist einer der weltweit einflussreichsten Sammler und Förderer zeitgenössischer Kunst und noch bis Ende Juni werden in New York Highlights seiner gewichtigen Athener Kollektion gezeigt.
Auf das zweite Kunstobjekt blickt man sofort, wenn sich die Fahrstuhltüren zum ersten großen Ausstellungsraum öffnen: Es ist “One Ball Total Equilibrium Tank”, Jeff Koons’ berühmter Basketball im Aquarium aus dem Jahr 1985. “Skin Fruit” mit Werken aus Dakis’ Sammlung wurde nämlich von keinem geringeren als Jeff Koons kuratiert. [...]

Thema: Kunst | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Meg Mullins: The Rug Merchant

Mittwoch, 18. November 2009 18:10

Die alte Geschichte: Liebe gegen jede Konvention. Ushman, iranischer Teppichhändler in New York, und die viel jüngere Stella, amerikanische College-Studentin, verlieben sich ineinander. Alter, Nation, sozialer Rang - es scheint fast, als ob Meg Mullins in ihrem Roman “The Rug Merchant” (auf Deutsch erschienen als “Der Teppichhändler“) möglichst krasse Gegensätze konstruieren wollte. Doch dann kommt gerade nicht, was der Leser eigentlich erwartet hätte. Keine Familien, die Einspruch gegen die Beziehung erheben, keine Freunde, die davon abraten. Stattdessen wird das trostlose, traurige Leben Ushmans geschildert und wie er bei Stella zum ersten Mal echte Liebe und Aufmerksamkeit findet.
Der stille Ushman verkauft teure Teppiche, die ihm seine Ehefrau aus dem Iran in die USA schickt. Geplant war, dass sie ihm irgendwann folgt. Doch die Fernbeziehung zerbricht und Ushmans Pläne für die Zukunft gleich mit. Verzweifelt irrt er durch die Stadt, steht oft einsam am Flughafen in der Hoffnung, gleich seine Frau zu empfangen oder einfach den nächsten Flug zu ihr zu nehmen. Dort trifft er Stella, die eben ihre Eltern in den Italienurlaub verabschiedet hat. Sie wechseln ein paar Worte, trinken einen Kaffee, er gibt ihr seine Karte. Als Stellas Mutter in Italien plötzlich einen Selbstmordversuch unternimmt, meldet sie sich bei ihm. Die Einsamkeit führt sie zusammen. Einige Wochen dauert die Beziehung. Der melancholische Ushman scheint sich dabei immer bewusst, dass dies alles sehr schnell zu Ende sein könnte. Und als schließlich der Mann seiner besten Kundin stirbt und diese plötzlich in direkte Konkurrenz zu Stella tritt, ist es vorbei.
“The Rug Merchant” ist eine stimmungsvolle Liebesgeschichte mit vielen kleinen Szenen, die wunderbar beobachtet und beschrieben sind: Die Blicke von Stellas Mitschülerinnen, der Besuch in einem Diner, das Gespräch mit einer chinesischen Nutte. Keine großen dramatischen Cliffhanger, sondern alltägliche Kleinigkeiten, die umso mehr berühren. Nein, dieses Büchlein wird sicher nicht in die Literaturgeschichte eingehen und doch ist es eine perfekte, leichte Herbstlektüre!

Thema: Literatur | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Charlie Kaufman: Synecdoche, New York

Donnerstag, 4. Juni 2009 9:01

Ist das wirklich wahr, was das Österreichische Filmmuseum da auf seiner Homepage verkündet? “Synecdoche, New York”, der erste eigene Film des großartigen Charlie Kaufman (Drehbuchautor von “Beeing John Malkovich” und “Adaption”), wird nicht in österreichische und deutsche Kinos kommen? Und das obwohl der preisgekrönte Philip Seymour Hoffman (”Capote”) die Hauptrolle spielt? Wahrscheinlich hört sich die Handlung etwas zu verschroben an, um ein Massenpublikum zu erreichen: Ein depressiver Theatermann baut dank eines Stipediums in einer Lagerhalle die Stadt New York eins zu eins nach und hat dort vor, das Leben an sich nachzudrehen. (Mehr zum Inhalt sehr kenntnisreich beim Filmblog Kein Blut, Rot!) Kann man also nur hoffen, dass die DVD bald erscheint!

PS: Eine Synekdoche bezeichnet das Ersetzen eines Begriffs durch einen engeren oder weiteren  Begriff aus dem selben Feld.

Thema: Kunst | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Helene Hanff: Briefe aus New York

Montag, 18. Mai 2009 9:36

Erst der Briefwechsel mit London, dann die Reise nach London und jetzt Briefe aus New York für London. Helene Hanffs letztes Buch basiert auf kurzen New Yorker Alltagsberichten, die die BBC,  wohl wissend um die vielen englischen Hanff-Fans, bei ihr in Auftrag gegeben hat. So geht es jetzt auch nicht mehr um Antiquariate und Bücher, sondern um das Leben in der Mega-City New York. Gewohnt unterhaltsam berichtet die allein lebende Helene von Spaziergängen im Central-Park, von wahnwitzigen Shopping-Erlebnissen (graue Hosenanzüge in Größe 4) und mit welch logistischer Höchstleistung sie in ihrem Mini-Apartment ein Essen für 20 Freunde vorbereitet. Man erfährt einiges aus der Geschichte der Stadt, z.B. warum Neufundland Neufundland heißt oder warum die Radio City Music Hall in den 70ern beinahe abgerissen wurde. Und es gibt jede Menge Hunde-Anekdoten, denn auch wenn Helene selbst kein Haustier hat (Wohnung viel zu klein!), ist sie regelrecht vernarrt in Hunde. Im Nachwort steht am Ende ein wahrer Satz: “Und wer noch niemals in New York war, wird, wenn er dieses Büchlein zugeklappt hat, das kaum zu zähmende Verlangen verspüren, eine Reise dorthin zu buchen, umgehend.” Stimmt!

Thema: Literatur | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Helene Hanff: 84 Charing Cross Road. Eine Freundschaft in Briefen

Dienstag, 5. Mai 2009 8:58

Eine lesesüchtige New Yorker Schriftstellerin entdeckt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg eine Anzeige des Londoner Antiquariats Marks & Co, Charing Cross Road Nr. 84, und schickt sofort eine Liste mit ihren “dringendsten Problemen” nach England. Schon ein paar Wochen später haben die Londoner Profis fast alle bestellten Bücher gefunden und Helene Hanff schreibt den nächsten Brief. Was als nüchterne Geschäftskorrespondenz (Umrechnungskurse, Verrechnungen usw.) anfängt, wird schnell zu einem äußerst kurzweiligen Briefwechsel über Bücher, Literatur und den Alltag in einer entbehrungsreichen Zeit. Frank Doel, der anfangs zurückhaltende Londoner Antiquar, erzählt von fehlenden Eiern, rationiertem Fleisch und der Mangelware Strumpfhosen. Helene in New York, die sich mit Aufträgen für Drehbücher über Wasser hält, hilft sofort und lässt aus Dänemark das Nötigste nach England schicken. Über die Jahre freunden sich die beiden an, Helene wird schnell die Heldin des gesamten Geschäfts. Da aber auch sie stets knapp bei Kasse ist, kann sie erst viele Jahre später nach London fliegen. 1970 erschien der Briefwechsel als Buch und wurde zum Bestseller in der englischsprachigen Welt. In Deutschland wurde “84 Charing Cross Road” erst 2002 veröffentlicht. Dank Helenes manchmal schnodderigen aber immer warmherzigen Sprüchen ist es ein wunderbarer Roman über Literatur und Freundschaft! 1987 wurde er mit Anne Bancroft und Anthony Hopkins verfilmt (“Zwischen den Zeilen”). Und für alle, die wissen wollen, was Helene so liest, listet Wikipedia sogar alle erwähnten Bücher auf.

Thema: Literatur | Kommentare (4) | Autor: Steffen

Was liest eine Präsidentengattin?

Samstag, 25. April 2009 9:53

Spätestens seit dem großen Erfolg von Alan Bennetts wunderbarem Buch “Die souveräne Leserin” über das Leseverhalten von Königin Elisabeth II. ist bewiesen, dass die Leute wissen wollen, mit welcher Lektüre sich Prominente beschäftigen (bzw. beschäftigen könnten). Vor kurzem tauchten im Nachlass des 26. amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt (1858-1919) eine Menge Briefe seiner zweiten Frau Edith Kermit (1861-1941) auf, mit denen sie nach dem Tod ihres Mannes bei der New York Society Library Bücher bestellte und in denen sie die bereits gelesenen kommentierte. Auch wenn man davon ausgeht, dass Edith Roosevelt viele Briefe vernichtete, sind fast 600 erhalten und die schönsten noch das gesamte Jahr in einer Ausstellung zu sehen. Doch was hat Edith Roosevelt nun gelesen? Sie begann mit Agatha Christi, dem Bloomsbury-Dichter Lytton Strachey und einem Sachbuch über chinesische Bontanik. Rechnet man alle erwähnten Bücher zusammen, muss die Witwe bis zu vier Bücher in der Woche verschlungen haben. Wobei ihr die modernen Zeitgenossen wie John Steinbeck, Walt Whitman, Mark Twain, Henry James und Thomas Mann weniger zusagten und sie Gustave Flauberts “Madame Bovary” regelrecht verabscheute. Am liebsten las sie Krimis - aber nur solange Sex keine allzu große Rolle spielte. Ihre Lieblingsautorin war Jane Austen, deren Romane sie sogar mehrfach durcharbeitete! Mehr über Edith Roosevelt und ihre Korrespondenz mit der Bibliothekarin Marion King beim New Yorker oder der New York Times.

Thema: Literatur | Kommentare (0) | Autor: mulliner