Tag-Archiv für » Literaturmagazin «

Das beste Literaturmagazin der Welt: Slightly Foxed

Donnerstag, 8. April 2010 9:04

Es kann ja gar nicht oft genug auf das großartige “Slightly Foxed” aus England hingewiesen werden. Nicht nur, dass das Magazin mit ganz persönlichen Buchbesprechungen nach wie vor wunderbar oldfashioned auf Papier erscheint (und nicht als  App), vor kurzem haben die beiden Herausgeber Gail Pirkis und Hazel Wood im krisengeschüttelten London auch noch einen alten Buchladen übernommen (South Kensington, 123 Gloucester Road).
In mal enthusiastischen, mal informativen, aber immer leidenschaftlichen Kurzessays werden in Heft 25, der aktuellen Frühlingsausgabe, Bücher von so unterschiedlichen Autoren wie Janet EvanovichJohn Kenneth Galbraith oder Edith Sitwell besprochen. Es geht diesmal also um Abenteuer einer Kopfgeldjägerin, um den Aufbau des Sozialstaats und englische Exzentriker - wenn das keine wilde Themenmischung ist!
Im Vorwort berichten die Herausgeber regelmässig aus ihrem Büroalltag und wenn das Abo schon wieder ausläuft, bekommt man keine Mail, sondern einen sympathischen Erinnerungsbrief.
Kurz: “Slightly Foxed” ist Pflichtlektüre für alle Büchernarren und Bibliomanen!

Thema: Literatur | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Slightly Foxed: Ein Literaturmagazin für unabhängige Leser

Donnerstag, 21. Mai 2009 10:14

Vier mal im Jahr erscheint in London ein auf den ersten Blick etwas unscheinbares Literaturmagazin, dessen Name übersetzt so viel bedeutet wie “leicht stockfleckig”. Hier geht es um Bücher, die nicht stapelweise auf den Bestseller-Tischen der Buchläden liegen (oder lagen). Dass viele Veröffentlichungen, auch oft älteren Datums, es durchaus verdient haben, gelesen zu werden, ist das Hauptanliegen der Herausgeber und Autoren von “Slightly Foxed“. Ohne viel Drumherum (keine Fotostrecken, keine Leserbriefe, keine Gewinnspiele) stellen unterschiedliche Autoren (meist selbst Schriftsteller, auch mal Buchhändler oder Kritiker - allesamt also erfahrene Leser) ihre Lieblingsbücher vor. Häufig sind diese nicht mehr lieferbar und in einer Fußnote wird man darüber aufgeklärt, in welchem Verlag das besprochene Buch wann zuletzt erschienen ist. Dabei können Romane genauso wie Kinderbücher, Biografien oder Sachbücher besprochen werden. Heft 18 (Sommer 2008) beispielsweise brachte Klassiker der Reiseliteratur, von denen einige auch auf Deutsch erschienen (u.a. Nicolas Bouvier: “Die Erfahrung der Welt“). Aber es gab auch Essays zu Virginia Woolfs “Mrs. Dalloway” oder zum im Königreich gern gelesenen W.G. Sebald (”Die Ringe des Saturn“). Inzwischen erscheinen bei “Slightly Foxed” auch eigene Bücher, allesamt vergessene Perlen, die wie die in den Rezensionen besprochenen nur darauf warten, entdeckt zu werden.

Thema: Literatur | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Literaturmagazine aus aller Welt: Granta

Mittwoch, 18. Februar 2009 15:09

Schon Ende des 19. Jahrhunderts gründeten Studenten in Cambridge ein Magazin namens Granta. Mit einem Relaunch 1979 haben sich die Herausgeber vorgenommen, das Profil des dicken Hefts unter dem Motto “new writing” zu schärfen. Die unterschiedlichen belletristischen Texte, die Reportagen und die Fotografien haben stets ein gemeinsames Thema. Ältere Ausgaben drehten sich bereits um Tod, Afrika oder Film; im Januar erschien “Fathers”. Einige Höhepunkte der aktuellen Ausgabe, zum Beispiel Jonathan Lethems Text über seinen Vater, gibt es auch online. International bekannte Autoren, wie diesmal Siri Hustvedt oder Will Self, machen das Heft zu einem Tipp auch für Nicht-Engländer. Besonders berühmt ist Grantas unregelmäßige Wahl der “Best Young British Novelists”. 1983 wurden u.a. Ian McEwan, Julian Barnes und Martin Amis gekürt - heute allesamt große britische Autoren!

Thema: Literatur | Kommentare (0) | Autor: mulliner