Tag-Archiv für » Italien «

James Hamilton-Paterson: Kochen mit Fernet-Branca

Mittwoch, 19. Mai 2010 19:04

Nein. Das ist kein Kochbuch. Zwar finden sich in “Kochen mit Fernet-Branca” tatsächlich einige Rezepte, doch wer würde so etwas wie Fischkuchen, Alien Pie (inkl. 1 kg geräucherter Katze) oder Fischotter mit Langustensauce wirklich nachkochen? Stattdessen liefert der Brite Hamilton-Peterson mit seinem amüsant-verrückten Roman eine Mischung aus Thriller und Kulturbetriebs-Satire. mehr

Thema: Literatur | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Die Kunst der Interpretation. Kupferstichkabinett Berlin

Samstag, 9. Mai 2009 9:04

Kupferstichkabinett Berlin: Die Kunst der Interpretation

“Die Kunst der Interpretation. Italienische Reproduktionsgraphik von Mategna bis Carracci” - Das hört sich im Titel zwar trocken und arg wissenschaftlich an, ist vor Ort, im Berliner Kupferstichkabinett am Kulturforum aber eine durchaus sehenswerte Ausstellung. Es geht um italienische Kupferstecher, die die neue Technik nicht mehr nur für eigene Erfindungen, sondern immer mehr auch dazu nutzen, Werke anderer Künstler, zumeist Zeichnungen, später auch Malerei und Skulptur, ins neue Medium zu übertragen. Dabei bleiben sie mal ganz genau an der Vorlage, mal interpretieren sie eher frei. In der Ausstellung hängen daher folgerichtig oft mehrere Blätter aus einem Zusammenhang (im Idealfall Zeichnung und dazugehöriger Kupferstich) nebeneinander und der Besucher übt sich im Suchen der Unterschiede. Allerdings - und dies ein Vorwurf, den man leider so vielen Ausstellungen machen kann - bei etwa 90 ausgestellten Werken fällt durchweg konzentriertes Sehen schwer. Weniger wäre auch hier mehr gewesen! Zu jedem Stück gibt es einen erläuternden Text, der sich allerdings nicht auf die dargestellten Inhalte, sondern auf  Zusammenhänge zu den Vorlagen, bzw. Interpretationen bezieht. Ikonographisches Wissen wird beim Besucher genauso vorausgesetzt, wie Kenntnisse in Sachen Technik. Wer wissen will, worin sich Holzschnitt, Kupferstich, Radierung oder Chiaroscuro-Holzschnitt voneinander unterscheiden, der kann zum Glück in den Vitrinen im Foyer noch einmal nachlesen. Wer sich von all dies nicht abschrecken lässt, erfreut sich an einigen selten gezeigten Grafiken. Sei es Ugo da Carpis “Hieronymus” nach Tizian (über den sich mehr in Werner Buschs Buch “Das unklassische Bild” erfahren lässt) oder Agostino Venezianos “Hexenritt” nach Raffael - diese Kunstwerke können auch den beeindrucken, der kein Wissenschaftler ist.

Thema: Kunst | Kommentare (2) | Autor: Steffen

Rothko/Giotto - Die Berührbarkeit des Bildes. Gemäldegalerie Berlin

Sonntag, 15. Februar 2009 19:31

Es hätte so schön sein können, denn die Idee war so einfach wie genial: Dem Betrachter werden nur drei Kunstwerke präsentiert. Er ist gezwungen, endlich wieder sehen zu lernen. Dass zwischen Giotto und Rothko mehr als 600 Jahre liegen, spielt da keine Rolle. Es geht um Farbe, Körper und Raum. Doch dann das: Eine abgetrennte Ecke eines kleinen Kabinetts, ohne Platz zurückzutreten und ohne Ruhe. Man muss sich in die Bilder vertiefen können, um sie überhaupt zu begreifen. Vor dem kleinen Raum stauen sich die Besucher, lösen die Alarmanlage aus. Das Licht und erst recht die an vielen Stellen angegriffene graue Wandbespannung hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck. Der auf dem tragbaren Abspielgerät gezeigte Film bringt einem das Thema nicht näher. Statt auf die Originale soll man auf den pixeligen Mini-Bildschirm schauen? Warum hat man das Kabinett nicht komplett geräumt? Warum nicht einen leichter zugänglichen Raum zum Beispiel in der Studiengalerie genutzt? Und warum gibt man Hightech-Geräte aus, die verwirren anstatt aufzuklären? Idee großartig - Umsetzung leider mangelhaft!

Thema: Kunst | Kommentare (1) | Autor: mulliner

Rothko und Giotto in Berlin

Mittwoch, 14. Januar 2009 17:20

Am 6. Februar öffnet in der Berliner Gemäldegalerie eine kleine aber sehr feine Ausstellung mit Werken von Giotto di Bondone (1264-1337) und Mark Rothko (1903-1970).  Der amerikanische Farbfeldmaler Rothko setzte sich in seinen Schriften intensiv mit der Kunst der frühen Italiener und vor allem mit Giotto auseinander. “An Giotto interessierte Rothko insbesondere die Fähigkeit, Bildraum und Handlung über das Kolorit zu organisieren.” so die Ankündigung. Ob es den Kuratoren gelingt, den Besuchern diese Parallelen auch vor den Gemälden zu verdeutlichen?

Nachtrag 15.02.2009: Die Ausstellungskritik gibt es hier.

Thema: Kunst | Kommentare (0) | Autor: mulliner