Tag-Archiv für » Helene Hanff «

Ein Ort mit Geschichte(n): Charing Cross Road Nr. 84 heute

Montag, 25. Mai 2009 9:13

84 Charing Cross Road, London

Dieses Buch ist Pflichtlektüre für alle Literaturliebhaber und alle Bibliomanen: Helene Hanffs “84 Charing Cross Road” (1970) wurde in der englischsprachigen Welt schnell ein Klassiker. Doch schon bald nach Erscheinen musste das Londoner Antiquariat Marks & Co. schließen. Im Mai 2009 steht das Geschäft in der belebten Charing Cross Road schon wieder leer, ein Schild am Haus weist darauf hin, dass es zu vermieten ist. Immerhin findet sich eine Gedenkplakette an der Hauswand. Schräg gegenüber, im Palace Theatre, läuft übrigens gerade das Musical “Priscilla”. mehr Fotos

Thema: Literatur | Kommentare (7) | Autor: Steffen

Helene Hanff: Briefe aus New York

Montag, 18. Mai 2009 9:36

Erst der Briefwechsel mit London, dann die Reise nach London und jetzt Briefe aus New York für London. Helene Hanffs letztes Buch basiert auf kurzen New Yorker Alltagsberichten, die die BBC,  wohl wissend um die vielen englischen Hanff-Fans, bei ihr in Auftrag gegeben hat. So geht es jetzt auch nicht mehr um Antiquariate und Bücher, sondern um das Leben in der Mega-City New York. Gewohnt unterhaltsam berichtet die allein lebende Helene von Spaziergängen im Central-Park, von wahnwitzigen Shopping-Erlebnissen (graue Hosenanzüge in Größe 4) und mit welch logistischer Höchstleistung sie in ihrem Mini-Apartment ein Essen für 20 Freunde vorbereitet. Man erfährt einiges aus der Geschichte der Stadt, z.B. warum Neufundland Neufundland heißt oder warum die Radio City Music Hall in den 70ern beinahe abgerissen wurde. Und es gibt jede Menge Hunde-Anekdoten, denn auch wenn Helene selbst kein Haustier hat (Wohnung viel zu klein!), ist sie regelrecht vernarrt in Hunde. Im Nachwort steht am Ende ein wahrer Satz: “Und wer noch niemals in New York war, wird, wenn er dieses Büchlein zugeklappt hat, das kaum zu zähmende Verlangen verspüren, eine Reise dorthin zu buchen, umgehend.” Stimmt!

Thema: Literatur | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Helene Hanff: Die Herzogin der Bloomsbury Street. Eine Amerikanerin in London

Dienstag, 12. Mai 2009 8:23

Das muss man sich mal vorstellen: Mehr als 20 Jahre hatte die Drehbuchautorin Helene Hanff in New York darauf gewartet, endlich einmal nach London zu reisen. Erst als ihr Briefwechsel mit einem Londoner Antiquariat in den USA und bald darauf auch im Vereinigten Königreich veröffentlicht wurde und endlich etwas Geld brachte, hat es dann geklappt. Das Buch “84, Charing Cross Road” wurde ein großer Erfolg; nur leider erlebte ihr Briefpartner in London, der Antiquar Frank Doel, dies alles nicht mehr. In “Die Herzogin der Bloomsbury Street”, einem Tagebuch ihres London-Aufenthalts, schreibt Helene Hanff von ihren Eindrücken und Erlebnissen. Sie wohnt stilecht im Literaten-Viertel Bloomsbury und wird von den englischen Lesern ihres Buches regelrecht verehrt, erhält ständig Fanpost und Einladungen. Vom Treffen mit Franks Familie über Ausflüge nach Oxford, Porträtsitzungen im Park bis hin zu Presseterminen und Autogrammstunden - Helene Hanff berichtet aufmerksam, klug und witzig von all dem, was ihr passiert. Ihr erstes Buch war eine Liebeserklärung an die Literatur - ihr zweites ist eine Liebeserklärung an London!

Thema: Literatur | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Helene Hanff: 84 Charing Cross Road. Eine Freundschaft in Briefen

Dienstag, 5. Mai 2009 8:58

Eine lesesüchtige New Yorker Schriftstellerin entdeckt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg eine Anzeige des Londoner Antiquariats Marks & Co, Charing Cross Road Nr. 84, und schickt sofort eine Liste mit ihren “dringendsten Problemen” nach England. Schon ein paar Wochen später haben die Londoner Profis fast alle bestellten Bücher gefunden und Helene Hanff schreibt den nächsten Brief. Was als nüchterne Geschäftskorrespondenz (Umrechnungskurse, Verrechnungen usw.) anfängt, wird schnell zu einem äußerst kurzweiligen Briefwechsel über Bücher, Literatur und den Alltag in einer entbehrungsreichen Zeit. Frank Doel, der anfangs zurückhaltende Londoner Antiquar, erzählt von fehlenden Eiern, rationiertem Fleisch und der Mangelware Strumpfhosen. Helene in New York, die sich mit Aufträgen für Drehbücher über Wasser hält, hilft sofort und lässt aus Dänemark das Nötigste nach England schicken. Über die Jahre freunden sich die beiden an, Helene wird schnell die Heldin des gesamten Geschäfts. Da aber auch sie stets knapp bei Kasse ist, kann sie erst viele Jahre später nach London fliegen. 1970 erschien der Briefwechsel als Buch und wurde zum Bestseller in der englischsprachigen Welt. In Deutschland wurde “84 Charing Cross Road” erst 2002 veröffentlicht. Dank Helenes manchmal schnodderigen aber immer warmherzigen Sprüchen ist es ein wunderbarer Roman über Literatur und Freundschaft! 1987 wurde er mit Anne Bancroft und Anthony Hopkins verfilmt (“Zwischen den Zeilen”). Und für alle, die wissen wollen, was Helene so liest, listet Wikipedia sogar alle erwähnten Bücher auf.

Thema: Literatur | Kommentare (4) | Autor: Steffen