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Expressionismus am Rhein: Die Bastei von Wilhelm Riphahn

Dienstag, 6. Juli 2010 10:22

Das ausladende Dach der Bastei, das wie ein Teller oder ein Frisbee in Richtung Rhein schwebt, ist das auffälligste Merkmal des Restaurants im Kölner Norden und sogar schon in die Literaturgeschichte eingegangen: In einem Gedicht träumte sich Joachim Ringelnatz das Dach drehend wie ein Karussel. Der Architekt Wilhelm Riphahn setzte die Bastei 1923-24 auf eine sogenannte Kaponniere, einen massiven, hervorstehenden Raum, von dem aus der Feind direkt beschossen werden sollte. Im Inneren dieses Sockels befinden sich Treppen, Lager und Versorgungsräume. Die Gäste speisen auch heute wieder mit Rundumblick im verglasten Hauptgeschoß. Denn im Zweiten Weltkrieg wurde die Bastei schwer zerstört, konnte aber 1958 von Riphahn selbst wieder aufgebaut werden. Mit den auffälligen Zackenformen des Daches und der prismenförmigen Anordnung der Fenster ist die Bastei ein kleines aber beeindruckendes Beispiel expressionistischer Architektur.

Expressionismus am Rhein: Bastei

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Fritz Höger: Evangelische Kirche am Hohenzollernplatz Berlin

Samstag, 30. Mai 2009 9:34

Fritz Höger: Kirche am Hohenzollernplatz (1930-33)

Fritz Högers (1877-1949) Kirche am Hohenzollernplatz aus den frühen 30er Jahren weist viele für den Architekten typische Merkmale auf: Der Bau ist aus klaren Formen zusammengesetzt und die Flächen sind mit einem kleinteiligen Klinkerdekor überzogen. Sein berühmtestes Werk, das Hamburger Chilehaus, besitzt eine ähnliche Oberflächenstruktur. Ungewöhnlich sind die auf den ersten Blick kaum zu erkennenden Fenster, die schmal zwischen den vertikalen Strukturen liegen. Durch eine spitzbogige Portalnische betritt man die 1943 ausgebrannte, bis 1961 wieder aufgebaute und 1991 sanierte Kirche. Der Spitzbogen gibt gleichzeitig die Struktur des Innenraums vor, zwischen den 13 Bögen im Inneren scheint das Licht durch farbige Fenster. Formen, Farben und Oberflächen machen die Kirche zu einem Hauptwerk des Expressionismus in Deutschland. Mehr zur Geschichte der Kirche auf der Homepage der Hohenzollerngemeinde.

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Hans Poelzig: Mosaikbrunnen im Großen Garten Dresden

Mittwoch, 13. Mai 2009 9:41

Hans Poelzig: Mosaikbrunnen in Dresden

Hinsichtlich des Entstehungsjahrs von Hans Poelzigs (1869-1936) expressionistischen Mosaikbrunnen im Großen Garten herrscht etwas Verwirrung. (Hier wird erwähnt, dass der Brunnen bei der 5. Jahresschau Deutscher Arbeit 1926 einfach integriert wurde, da er am selben Ort bereits für die Schau 1922 errichtet wurde.) Vielleicht führte das Motto “Gartenbau” der 5. Schau zu dieser Verwechslung, erinnert der Brunnen doch stark an bunte Blütenkelche. Auch das 1918-19 nach Plänen Poelzigs umgebaute Große Schauspielhaus in Berlin kann als Referenz dienen: Die Pfeiler im Foyer ähnelten ebenfalls  Stalaktiten und Orgelpfeifen. Die Mosaiksteinchen lieferte die Berliner Firma Puhl & Wagner, 2006 wurde der Brunnen komplett restauriert.

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