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Robert Berks: Albert Einstein Memorial

Sonntag, 4. April 2010 9:44

Endlich ein Denkmal zum Kuscheln! Auch wenn der bronzene Albert Einstein mehr als 3,5 m hoch ist, sitzt er doch so entspannt (Sandalen!) und einladend auf dem Gelände der National Academy of Sciences in Washington D.C., dass jeder sofort grinsend zu ihm eilt, um sich anzulehnen oder gleich auf den Oberschenkel zu klettern. Doch das besonders bei Kindern beliebte Denkmal des amerikanischen Bildhauers Robert Berks bietet noch mehr: Auf dem Notizblock in Alberts Hand finden sich seine drei wichtigsten Formeln (Fotoeffekt, Äquivalenz von Masse und Energie und natürlich die allgemeine Relativitätstheorie), auf der Sitzbank aus weißem Granit stehen drei berühmte Zitate und auf dem Boden vor ihm zeigen über 2700 Metallstifte den Stand von Sonne, Mond, Sternen und Galaxien vom 22. April 1979, dem Eröffnungstag des Denkmals und Einsteins 100. Geburtstag.

Albert Einstein Memorial in Washington D.C.

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Thema: Kunst | Kommentare (1) | Autor: Steffen

Rundgang durch die amerikanische Geschichte. Die National Mall in Washington D.C.

Dienstag, 23. März 2010 12:32

Die National Mall in Washington D.C. ist so etwas wie die nachgebaute, in Stein gehauene Geschichte der USA. Man läuft über ein riesiges Gelände und bekommt Stück für Stück einen Überblick über die für Amerikaner wichtigsten Ereignisse und Persönlichkeiten. Nebeneffekt: In dieser Ballung unterschiedlicher Denkmäler erfährt selbst ein kunsthistorischer Laie auch ganz schnell die Grenzen realistischer Darstellungen.
Starten wir am strahlend weißen Lincoln Memorial, in dem der überdimensionale Marmorpräsident seit 1911 stockstarr thront. Vor dem dorischen Tempel blickt man (wie Martin Luther King 1963 während seiner “I have a dream”-Rede) auf den sogenannten Reflecting Pool in Richtung Obelisk des Washington Monuments. Das Denkmal für den ersten US-Präsidenten aus dem Jahr 1888 ist eins der ältesten und bis heute eines der wenigen abstrakten Kunstwerke auf der Mall, auch wenn man im Inneren natürlich eine realistische Washington-Skulptur findet.
Eine öffentliche Diskussion über das Denkmal für die Veteranen des Vietnamkriegs von Maya Lin führte dazu, dass man ihrer beeindruckenden Wand mit den Namen der Gefallenen, die sich wie eine Wunde in die Boden schneidet, eine platte realistische Skulpturengruppe mit drei Kriegern zur Seite stellte. Das etwas abgelegene Jefferson Memorial ist nichts mehr als eine müde Variante des Lincoln Memorial: quadratischer/runder Grundriss, offen/geschlossen, sitzend/stehend, Marmor/Bronze usw. Doch so richtig peinlich wird es beim erst 2004 eröffneten Denkmal für den 2. Weltkrieg. Die Einfallslosigkeit der Architekten soll wieder einmal mit Größe und Monumentalität überspielt werden. Schnell weiter zum Denkmal für die Gefallenen des Koreakriegs, das auf immerhin eine ganz interessante Art die Natur in das Kunstwerk integriert. Und dann schließlich das Highlight: Beim Franklin Delano Roosevelt Memorial schlendert man durch einen großen Skulpturenpark und gleichzeitig durch Roosevelts Präsidentenlaufbahn. Dabei lernt man Fala, den Lieblingshund der Roosevelts kennen, guckt auf die Schuhe seiner Frau oder sieht ihm im Rollstuhl sitzen. Warum hatte man nicht einfach Duane Hanson beauftragt, die Roosevelts nachzubauen?
Als Europäer ist man mit Sicherheit nicht halb so gut über die dargestellten Personen informiert wie die Amerikaner, die schon in ihren Schulausflügen zur Mall pilgern. Doch mit etwas Abstand erkennt man den Zweck dieser riesigen Denkmalsanlage als simple Heldenverehrung, die den Besuchern ein einseitiges Geschichtsbild aufoktroyiert. Große Erleichterung herrscht schließlich, wenn man in Nähe des Weißen Hauses den National Christmas Tree entdeckt, der nicht ganz so perfekt aussieht, wie alles andere um ihn herum.

Lincoln Memorial

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Thema: Architektur, Kunst | Kommentare (1) | Autor: Steffen

Rudolf Pohle: Denkmal für Alois Senefelder

Donnerstag, 27. August 2009 10:17

Es war das erste Denkmal in Berlin, das einen Handwerker ehrte: Alois Senefelder erfand 1798 den Steindruck (oder Lithografie), ein Flachdruckverfahren, das auf der Abstoßung von Fett und Wasser beruht und im 19. Jahrhundert zum wichtigsten Verfahren wurde, um Farbiges zu drucken. Der Berliner Bildhauer Rudolf Pohle schuf eine hohe Skulptur aus Carrara-Marmor, die 1892 auf dem ehemaligen Thusneldaplatz (heute Senefelderplatz) in Prenzlauer Berg aufgestellt wurde. In Arbeitskleidung, mit einer auf das linke Knie gestemmten lithografischer Platte sitzt Senefelder in ziemlich unrepräsentativer Pose auf dem barockisierenden Sockel. Die vor dem Sockel spielenden Putten stellen noch einmal das von ihm erfundene Druckverfahren dar: Während der eine in Spiegelschrift den Namen Senefelders schreibt, überprüft der andere den Namen mit einem Handspiegel.

Rudolf Pohle: Denkmal für Alois Senefelder

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Thema: Kunst | Kommentare (5) | Autor: Steffen