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Robert Berks: Albert Einstein Memorial

Sonntag, 4. April 2010 9:44

Endlich ein Denkmal zum Kuscheln! Auch wenn der bronzene Albert Einstein mehr als 3,5 m hoch ist, sitzt er doch so entspannt (Sandalen!) und einladend auf dem Gelände der National Academy of Sciences in Washington D.C., dass jeder sofort grinsend zu ihm eilt, um sich anzulehnen oder gleich auf den Oberschenkel zu klettern. Doch das besonders bei Kindern beliebte Denkmal des amerikanischen Bildhauers Robert Berks bietet noch mehr: Auf dem Notizblock in Alberts Hand finden sich seine drei wichtigsten Formeln (Fotoeffekt, Äquivalenz von Masse und Energie und natürlich die allgemeine Relativitätstheorie), auf der Sitzbank aus weißem Granit stehen drei berühmte Zitate und auf dem Boden vor ihm zeigen über 2700 Metallstifte den Stand von Sonne, Mond, Sternen und Galaxien vom 22. April 1979, dem Eröffnungstag des Denkmals und Einsteins 100. Geburtstag.

Albert Einstein Memorial in Washington D.C.

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Thema: Kunst | Kommentare (1) | Autor: Steffen

Der Georg-Kolbe-Hain in Berlin

Freitag, 14. August 2009 19:07

Nicht weit vom ehemaligen Wohnhaus und Atelier, dem heutigen Museum des Bildhauers Georg Kolbe (1877-1947), findet man einen öffentlichen Park, den seit 1957 fünf große Bronzefiguren von Kolbe schmücken. Alle Skulpturen stammen aus dem Spätwerk Kolbes und wurden erst nach seinem Tod in Bronze gegossen. Die Gipsmodelle befinden sich im Besitz des Kolbe-Museums.
Kolbe, der sich um die Jahrhundertwende intensiv mit Auguste Rodin auseinandersetzte und später kurz mit expressionistischer Kunst in Kontakt kam, näherte sich in seinen Werken ab Mitte der 1920er Jahre einem klassisch-heroischen Menschenbild. Er liess sich nicht wie Arno Breker oder Josef Thorak komplett von den Nationalsozialisten vereinahmen, konnte trotzdem weiter in Deutschland arbeiten. Seine Werke waren anerkannt und wurden mehrfach in den Großen Deutschen Kunstausstellungen in München ausgestellt.
Die Entwürfe zu den im Georg-Kolbe-Hain aufgestellten Skulpturen entstanden allesamt zur Zeit des Nationalsozialismus. Die “Große Kniende” (1942/43), fast zwei Meter hoch, sollte als ein Teil einer zweiteiligen Gruppe vor einem Heim der Hitlerjugend in Eilenburg (Sachsen) stehen. Die Figur “Dionysos” (1932) ist etwa 2,60 Meter hoch und zeigt den Gott des Weines mit gesenktem Kopf in ungewöhnlicher Schrittstellung. Man nimmt an, dass die Figur ein Ergebnis von Kolbes Beschäftigung mit Friedrich Nietzsches “Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik” ist. Ebenfalls überlebensgroß: die “Ruhende Frau” (1939/41), die Kolbe als Teil einer nie ausgeführten Ergänzungsgruppe für ein Richard-Wagner-Denkmal in Leipzig entwarf. Am anderen Ende des Parks steht die Gruppe “Mars und Venus” (1939/40), zwei Akte in  komplizierter Anordnung. Dass zumindest durch die Wahl des Titels, wie auf einer im Kolbe-Museum ausliegenden Kopie vermutet wird, auf den gerade begonnenen Zweiten Weltkrieg angespielt wird (Mars ist in der römischen Mythologie der Gott des Krieges), klingt einleuchtend. Die letzte Skulptur, “Der Große Stürzende” (1940/42), geplant als Teil eines Kriegerdenkmals in Potsdam, stellt einen pathetisch zusammenbrechenden, nackten Soldaten dar.
Überlebensgroße Akte, kräftig gebaut und ohne jegliches erzählendes Beiwerk: Mit großen Gesten versuchte Kolbe in seinen fünf Skulpturen ein klassisches Ideal heraufzubeschwören, das in der internationalen Kunst zur gleichen Zeit kaum mehr eine Rolle spielte. Die Kunstwerke in dem stillen, halb verwilderten Park, der seit 1989 unter Denkmalschutz steht, sind trotz ihrer widersprüchlichen und problematischen Aussagen ein wichtiges Stück deutscher Kunstgeschichte. Ein Besuch des Hains ist also unbedingt zu empfehlen.

Große Kniende, Georg Kolbe 1942/43

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Thema: Kunst | Kommentare (1) | Autor: Steffen

Brunnen auf dem Nettelbeckplatz: Tanz auf dem Vulkan

Mittwoch, 5. August 2009 11:20

Ein ganz besonderes Highlight realistischer Kunst steht auf dem Nettelbeckplatz in Berlin Wedding. Im Jahr 1988 gewann die Künstlerin Ludmila Seefried Matejkova einen offiziellen Wettbewerb und entwarf einen etwa 9 Meter breiten Brunnen mit dem Titel “Tanz auf dem Vulkan”. Und genau das ist auch dargestellt: Einige modisch gekleidete lebensgroße Bronzefiguren (Sonnenbrille, offenes Hemd) tanzen auf dem Rand eines schiefen Mini-Vulkans. Den Takt gibt ein Klavierspieler am Fuße des Berges an - und das ist niemand anderes als der Teufel persönlich. (Dank an Michaela für den Hinweis!) Statt nach dem nächsten Besuch des Wochenmarkts Nettelbeckplatz also mit den Einkäufen nach Hause zu spurten, sollte man sich den (im Sommer von Kindern belagerten) Brunnen mal etwas genauer ansehen!

Brunnen auf dem Nettelbeckplatz: Tanz auf dem Vulkan

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