Die tägliche Dosis Literatur: Dailylit

Der Stapel mit den ungelesenen Büchern wird immer größer. Wer hat für Wälzer mit hunderten von Seiten denn heute schon noch Zeit? Aus Mamaroneck, einem kleinen Städtchen im Bundesstaat New York, kommt eine Idee so einfach wie genial: Dailylit bietet Texte in digitaler Form und verschickt diese täglich häppchenweise per Mail oder RSS-Feed. Warum nicht ein Kapitel „Moby Dick“ in der Mittagspause oder lieber doch ein paar deutschsprachige Klassiker wie Rilkes „Malte“ oder Goethes „Werther“? Das Mail-Programm ist an jedem Computerarbeitsplatz sowieso geöffnet; Wochentage und Zeit, zu der man seine tägliche Dosis Literatur geschickt bekommen möchte, lassen sich festlegen. Auch wenn die Anzahl der kostenlosen Texte derzeit noch übersichtlich ist und nur 11 deutsche Bücher zur Auswahl stehen – so sieht die digitale Zukunft der Literatur aus! Öffentliche Leserunden bei Twitter, Foren, Rezensionen und Buchlisten runden das Angebot ab. Als Einstieg seien die 18 Teile von Melvilles „Bartleby“ empfohlen. Die Geschichte eines Angestellten, der sein Büro nicht mehr verlässt – und das zu einer Zeit, als es noch nicht einmal Computer gab!

T.C. Boyle über Frank Lloyd Wright

Am 4. Februar erscheint das neueste Werk von T.C. Boyle. Es heißt „Die Frauen“ und dreht sich um das Leben des amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright und dessen häufig wechselnde Partnerinnen. Der in den USA geradezu kultisch verehrte Baumeister, z. B. des Guggenheim in New York, pflegte einen für seine Zeit recht unkonventionellen Lebensstil – genau das Richtige also für Boyle, der auf den Architekten aufmerksam wurde, als er mit seiner Familie in ein echtes Wright-Haus in Santa Barbara einzog.  Nach Boyles wunderbaren Romanen über den Sex-Forscher Kinsey („Dr. Sex“) und den Kornflakes-Erfinder Kellog („Willkommen in Wellville“) nun also erneut ein Blick ins Innerste Amerikas. Hier gibt es mehr!

Michail Bulgakow: Die Arbeiterkommune im Elpit-Haus

Fünf Jahre nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution schreibt Bulgakow diese kurze Erzählung vom Untergang eines einst prächtigen Riesenhauses.  Fahrstühle, zentrale Heizung, pompöse Dielen – das ist jetzt alles verschwunden. Stattdessen: nasse Wäsche, dunkle Flure, ruiniertes Parkett. Hausverwalter Christi hat viel zu tun. Doch als das Heizöl zu lange ausbleibt und die Bewohner mit kleinen Öfen ihre Wohnungen erwärmen, bricht ein Brand aus, der schließlich das gesamte Haus zerstört. → weiterlesen