Sumerischer Priester vermisst

Vermisst: IM5572. Große, sandfarbene Statue eines männlichen Priesters aus Stein, 15.2 x 38 cm groß, mit einer Inschrift auf der rechten Schulter, in der die Göttin Nin-shu-pur erwähnt wird. Angeblich in der Nähe der sumerischen Stadt Adab (im Osten des heutigen Iraks) gefunden. Zu datieren in die Frühdynastische Periode des Altsumerischen Reiches (nach 2800 v. Chr.). Meldungen über den Verbleib an das FBI!

Art of Two Germanys/Cold War Cultures

Am 25. Januar eröffnet im Los Angeles County Museum of Art (LACMA) eine Ausstellung, die deutsche Kunst aus der Zeit des Kalten Krieges präsentiert. In einem neuen, von Renzo Piano entworfenen Gebäude, dem Broad Contemporary Art Museum (BCAM) gibt es etwa 300 Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Videos, Bücher und Installationen zu sehen, unter anderen von so bekannten Künstlern wie Gerhard Richter, Sigmar Polke, Dieter Roth, Hans Haacke, Raffael Rheinsberg oder A.R. Penck. Eine Ausstellung auf den Spuren von politischen, kulturellen und theoretischen Diskursen in Ost und West, mal in Einklang mit dem System und mal in Opposition dazu – noch hört sich die Ankündigung nach einem großen Rundumschlag mit garantierten Erkenntnisgewinn an. Ob die damals nicht wahrgenommenen Dialoge zwischen den Künstlern über die Grenzen hinweg in der Austellung wirklich sichtbar werden, kann man in Deutschland ab dem 23. Mai im Nürnberger Germanischen Nationalmuseum (GNN) und ab 3. Oktober im Berliner Deutschen Historischen Museum (DHM) selbst herausfinden.

Erik Gunnar Asplund: Stadsbiblioteket in Stockholm

Nach einer USA-Reise plante der schwedische Stararchitekt Asplund (1885-1940) die Stockholmer Stadtbibliothek – eins der letzten Beispiele des Skandinavischen Neoklassizismus und seit vielen Jahrzehnten eins der berühmtesten Gebäude Stockholms. 1928 wurde die Bibliothek eröffnet. Ihr Körper: Ein Quader mit darin steckendem Zylinder. Im Quader befinden sich kleine Lesesäle und Verwaltungsräume, im Zylinder der beeindruckende große Bibliothekssaal. In der Eingangshalle empfangen antik anmutende Stuckreliefs die Besucher, viele Details erinnern an ägyptische Kunst. Und ohne Taschenkontrolle steht man dann plötzlich in einem modernen Tempel der Weisheit.

Die tägliche Dosis Literatur: Dailylit

Der Stapel mit den ungelesenen Büchern wird immer größer. Wer hat für Wälzer mit hunderten von Seiten denn heute schon noch Zeit? Aus Mamaroneck, einem kleinen Städtchen im Bundesstaat New York, kommt eine Idee so einfach wie genial: Dailylit bietet Texte in digitaler Form und verschickt diese täglich häppchenweise per Mail oder RSS-Feed. Warum nicht ein Kapitel „Moby Dick“ in der Mittagspause oder lieber doch ein paar deutschsprachige Klassiker wie Rilkes „Malte“ oder Goethes „Werther“? Das Mail-Programm ist an jedem Computerarbeitsplatz sowieso geöffnet; Wochentage und Zeit, zu der man seine tägliche Dosis Literatur geschickt bekommen möchte, lassen sich festlegen. Auch wenn die Anzahl der kostenlosen Texte derzeit noch übersichtlich ist und nur 11 deutsche Bücher zur Auswahl stehen – so sieht die digitale Zukunft der Literatur aus! Öffentliche Leserunden bei Twitter, Foren, Rezensionen und Buchlisten runden das Angebot ab. Als Einstieg seien die 18 Teile von Melvilles „Bartleby“ empfohlen. Die Geschichte eines Angestellten, der sein Büro nicht mehr verlässt – und das zu einer Zeit, als es noch nicht einmal Computer gab!

T.C. Boyle über Frank Lloyd Wright

Am 4. Februar erscheint das neueste Werk von T.C. Boyle. Es heißt „Die Frauen“ und dreht sich um das Leben des amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright und dessen häufig wechselnde Partnerinnen. Der in den USA geradezu kultisch verehrte Baumeister, z. B. des Guggenheim in New York, pflegte einen für seine Zeit recht unkonventionellen Lebensstil – genau das Richtige also für Boyle, der auf den Architekten aufmerksam wurde, als er mit seiner Familie in ein echtes Wright-Haus in Santa Barbara einzog.  Nach Boyles wunderbaren Romanen über den Sex-Forscher Kinsey („Dr. Sex“) und den Kornflakes-Erfinder Kellog („Willkommen in Wellville“) nun also erneut ein Blick ins Innerste Amerikas. Hier gibt es mehr!

Michail Bulgakow: Die Arbeiterkommune im Elpit-Haus

Fünf Jahre nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution schreibt Bulgakow diese kurze Erzählung vom Untergang eines einst prächtigen Riesenhauses.  Fahrstühle, zentrale Heizung, pompöse Dielen – das ist jetzt alles verschwunden. Stattdessen: nasse Wäsche, dunkle Flure, ruiniertes Parkett. Hausverwalter Christi hat viel zu tun. Doch als das Heizöl zu lange ausbleibt und die Bewohner mit kleinen Öfen ihre Wohnungen erwärmen, bricht ein Brand aus, der schließlich das gesamte Haus zerstört. → weiterlesen