Beitrags-Archiv für die Kategory 'Kunst'

Turmkunst: Bierpinsel Steglitz

Dienstag, 20. April 2010 17:25

Gelandet ist das UFO schon Mitte der 70er Jahre. Doch richtig bunt wird es erst jetzt. Das liebevoll Bierpinsel genannte, ehemalige Turmrestaurant Steglitz der ICC-Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte stand in den letzten Jahren leer. Seit Anfang April gestalten nun vier internationale Street Art-Künstler die Außenhaut des futuristischen Gebäudes. Bis Mitte April ist es noch Flying Förtress aus Hamburg. Im Inneren gibt es eine von der Vicious Gallery organisierte Ausstellung mit Urban Art u.a. von Dave The Chimp, Sozyone González und Stefan Strumbel. Unter turmkunst.de finden sich weitere Informationen, einen kritischen Bericht über das Projekt und die Organisatoren gibt es bei proud.de und immer wieder aktuelle Fotos erscheinen bei ekosystem.org. Hier einige Aufnahmen vom 17. April 2010:

Der Steglitzer Bierpinsel

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Robert Berks: Albert Einstein Memorial

Sonntag, 4. April 2010 9:44

Endlich ein Denkmal zum Kuscheln! Auch wenn der bronzene Albert Einstein mehr als 3,5 m hoch ist, sitzt er doch so entspannt (Sandalen!) und einladend auf dem Gelände der National Academy of Sciences in Washington D.C., dass jeder sofort grinsend zu ihm eilt, um sich anzulehnen oder gleich auf den Oberschenkel zu klettern. Doch das besonders bei Kindern beliebte Denkmal des amerikanischen Bildhauers Robert Berks bietet noch mehr: Auf dem Notizblock in Alberts Hand finden sich seine drei wichtigsten Formeln (Fotoeffekt, Äquivalenz von Masse und Energie und natürlich die allgemeine Relativitätstheorie), auf der Sitzbank aus weißem Granit stehen drei berühmte Zitate und auf dem Boden vor ihm zeigen über 2700 Metallstifte den Stand von Sonne, Mond, Sternen und Galaxien vom 22. April 1979, dem Eröffnungstag des Denkmals und Einsteins 100. Geburtstag.

Albert Einstein Memorial in Washington D.C.

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Rundgang durch die amerikanische Geschichte. Die National Mall in Washington D.C.

Dienstag, 23. März 2010 12:32

Die National Mall in Washington D.C. ist so etwas wie die nachgebaute, in Stein gehauene Geschichte der USA. Man läuft über ein riesiges Gelände und bekommt Stück für Stück einen Überblick über die für Amerikaner wichtigsten Ereignisse und Persönlichkeiten. Nebeneffekt: In dieser Ballung unterschiedlicher Denkmäler erfährt selbst ein kunsthistorischer Laie auch ganz schnell die Grenzen realistischer Darstellungen.
Starten wir am strahlend weißen Lincoln Memorial, in dem der überdimensionale Marmorpräsident seit 1911 stockstarr thront. Vor dem dorischen Tempel blickt man (wie Martin Luther King 1963 während seiner “I have a dream”-Rede) auf den sogenannten Reflecting Pool in Richtung Obelisk des Washington Monuments. Das Denkmal für den ersten US-Präsidenten aus dem Jahr 1888 ist eins der ältesten und bis heute eines der wenigen abstrakten Kunstwerke auf der Mall, auch wenn man im Inneren natürlich eine realistische Washington-Skulptur findet.
Eine öffentliche Diskussion über das Denkmal für die Veteranen des Vietnamkriegs von Maya Lin führte dazu, dass man ihrer beeindruckenden Wand mit den Namen der Gefallenen, die sich wie eine Wunde in die Boden schneidet, eine platte realistische Skulpturengruppe mit drei Kriegern zur Seite stellte. Das etwas abgelegene Jefferson Memorial ist nichts mehr als eine müde Variante des Lincoln Memorial: quadratischer/runder Grundriss, offen/geschlossen, sitzend/stehend, Marmor/Bronze usw. Doch so richtig peinlich wird es beim erst 2004 eröffneten Denkmal für den 2. Weltkrieg. Die Einfallslosigkeit der Architekten soll wieder einmal mit Größe und Monumentalität überspielt werden. Schnell weiter zum Denkmal für die Gefallenen des Koreakriegs, das auf immerhin eine ganz interessante Art die Natur in das Kunstwerk integriert. Und dann schließlich das Highlight: Beim Franklin Delano Roosevelt Memorial schlendert man durch einen großen Skulpturenpark und gleichzeitig durch Roosevelts Präsidentenlaufbahn. Dabei lernt man Fala, den Lieblingshund der Roosevelts kennen, guckt auf die Schuhe seiner Frau oder sieht ihm im Rollstuhl sitzen. Warum hatte man nicht einfach Duane Hanson beauftragt, die Roosevelts nachzubauen?
Als Europäer ist man mit Sicherheit nicht halb so gut über die dargestellten Personen informiert wie die Amerikaner, die schon in ihren Schulausflügen zur Mall pilgern. Doch mit etwas Abstand erkennt man den Zweck dieser riesigen Denkmalsanlage als simple Heldenverehrung, die den Besuchern ein einseitiges Geschichtsbild aufoktroyiert. Große Erleichterung herrscht schließlich, wenn man in Nähe des Weißen Hauses den National Christmas Tree entdeckt, der nicht ganz so perfekt aussieht, wie alles andere um ihn herum.

Lincoln Memorial

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New Museum of Contemporary Art in New York

Mittwoch, 17. März 2010 12:22

Sejima and Nishizawa and Associates (SANAA): New Museum

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Skin Fruit. New Museum New York

Montag, 15. März 2010 20:03

“Megas Dakis”, der große Dakis, heißt ein Portrait des griechischen Sammlers Dakis Joannou von Roberto Cuoghi. Auch wenn es nicht gerade prominent in der Ausstellung “Skin Fruit” im New Museum platziert ist, ist es doch eins der beiden Kunstwerke, mit denen sich am besten ein Einstieg in die Anfang März eröffnete Schau finden lässt. Dakis ist einer der weltweit einflussreichsten Sammler und Förderer zeitgenössischer Kunst und noch bis Ende Juni werden in New York Highlights seiner gewichtigen Athener Kollektion gezeigt.
Auf das zweite Kunstobjekt blickt man sofort, wenn sich die Fahrstuhltüren zum ersten großen Ausstellungsraum öffnen: Es ist “One Ball Total Equilibrium Tank”, Jeff Koons’ berühmter Basketball im Aquarium aus dem Jahr 1985. “Skin Fruit” mit Werken aus Dakis’ Sammlung wurde nämlich von keinem geringeren als Jeff Koons kuratiert. [...]

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Humunculi auf Speed: Graffitis von Muro

Mittwoch, 24. Februar 2010 19:47

Kleine Straßencafés, enge Gassen und dann plötzlich sowas: Großartig durchgeknallte Riesen-Graffitis an genau den Ecken von Santa Cruz (Teneriffa), wo man am wenigsten damit rechnet. Da bastelt ein verrückter Doktor Frankenstein mit offenem Schädel an kleinen Teddybären. Ist die an Lady Gaga erinnernde Dame an der nächsten Ecke eine seiner Kreaturen, so wie die Homunculi in den Schraubgläsern hinter ihr? Ein Taucher macht sich unterdessen bereit zum Einstieg in die Unterwelt. Und der Tod wartet schließlich geduldig auf den unterernährten (Loch im Bauch!) Krieger auf Speed. Die phantasievollen Farbexplosionen stammen von Muro, der auch auf dem spanischen Festland künstlerisch tätig ist, auch Plakate und Shirts gestaltet. Mehr von Muro in seinem Blog, vor allem aber auf seiner Myspace- und Flickr-Seite.

Doctor Chiflado - Der durchgeknallte Doktor

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Rudolf Pohle: Denkmal für Alois Senefelder

Donnerstag, 27. August 2009 10:17

Es war das erste Denkmal in Berlin, das einen Handwerker ehrte: Alois Senefelder erfand 1798 den Steindruck (oder Lithografie), ein Flachdruckverfahren, das auf der Abstoßung von Fett und Wasser beruht und im 19. Jahrhundert zum wichtigsten Verfahren wurde, um Farbiges zu drucken. Der Berliner Bildhauer Rudolf Pohle schuf eine hohe Skulptur aus Carrara-Marmor, die 1892 auf dem ehemaligen Thusneldaplatz (heute Senefelderplatz) in Prenzlauer Berg aufgestellt wurde. In Arbeitskleidung, mit einer auf das linke Knie gestemmten lithografischer Platte sitzt Senefelder in ziemlich unrepräsentativer Pose auf dem barockisierenden Sockel. Die vor dem Sockel spielenden Putten stellen noch einmal das von ihm erfundene Druckverfahren dar: Während der eine in Spiegelschrift den Namen Senefelders schreibt, überprüft der andere den Namen mit einem Handspiegel.

Rudolf Pohle: Denkmal für Alois Senefelder

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Modell Bauhaus. Martin-Gropius-Bau Berlin

Mittwoch, 19. August 2009 17:15

Diese Ausstellung ist vor allem eins: riesig! Das komplette Erdgeschoss des Martin-Gropius-Bau, dem ehemaligen Berliner Kunstgewerbemuseum, ist regelrecht vollgestellt mit etwa 1000 Bauhaus-Objekten. Selbst im Lichthof gibt es kein Entrinnen: Dort holt die Amerikanerin Christine Hill mit ihrer witzigen Mitmach-Installation “Do-It-Yourself Bauhaus” den Mythos in die Gegenwart. 90 Jahre nach Gründung des Bauhauses in Weimar veranstalten die drei großen Institute (Stiftung Bauhaus Dessau, Klassik Stiftung Weimar, Bauhaus-Archiv Berlin) gemeinsam die bislang größte Ausstellung zum Thema.
Gemälde, Fotos, Modelle, Skizzen, Entwürfe, Drucke, Bücher, Möbel, Kunstgewerbe, ja sogar originale Architekturteile (z.B. Fenster und Türen aus einem Dessauer Reihenhaus von Walter Gropius) oder Kleidung (Grete Reichardts Bauhaus-Kleid von 1928) - Objekte aus allen nur möglichen Bereichen erweitern den sonst üblichen Schwerpunkt auf Architektur und Inneneinrichtung. Mit so vielen unterschiedlichen Kunstwerken - groß oder klein, flach oder sperrig, fragil oder robust - muss die Ausstellungsarchitektur erst einmal fertig werden. Am Anfang wirkt das noch chaotisch und vollgestopft: Gleich im zweiten Teil, “Impulse aus der Kunst”, verstellen etliche kleine, von beiden Seiten behangende Stellwände den Raum und schon bei mehr als 20 Besuchern beginnt ein Hin- und Herschlängeln um die Kunstwerke. Dabei verpasst man schnell so tolle Arbeiten wie Kandinskys “Kleine Welten”.
Doch spätestens nach der Hälfte der Ausstellung überzeugt die eigens (ein-)gebaute Architektur der Berliner Firma kubix - vielleicht auch weil viele ältere Ausstellungsbesucher inzwischen schlapp gemacht haben und nicht mehr jedes Stück blockieren. Im zehnten Raum (von insgesamt 18) steht der komplizierte Licht-Raum-Modulator von László Moholy-Nagy hinter transparenten Wänden und wird von bunten Scheinwerfern angestrahlt. Wenn sich diese wohl früheste kinetische Plastik (mehr zu moderner kinetischer Kunst hier) zu drehen beginnt und im dunklen Raum ein wunderbares Lichtspiel verursacht, wird zum ersten Mal richtig klar, was die Bauhaus-Leute mit Einheit von Kunst und Technik meinten.
Und so ist die Ausstellung etwas für Bauhaus-Kenner UND -Einsteiger. Die einen freuen sich über ein Wiedersehen mit Marcel Breuers Clubsessel, Mies van der Rohes Entwurf für den Pavillon in Barcelona 1928, seine Hochhaus-Entwürfe für die Berliner Friedrichstraße oder über die Gemälde von Lyonel Feininger. Die anderen staunen über hochkarätige Leihgaben aus dem New Yorker MoMA (Werke von Malewitsch und Mondrian im Raum “Wechselwirkungen”). Und doch gibt es noch so viel selten Gezeigtes, wie Marcel Breuers “Afrikanischer Stuhl” oder das originale Fensterelement aus dem Faguswerk in Alfeld von Gropius und Meyer. Schließlich ist nicht nur der Einsteiger überrascht über Breite und Vielfalt des Bauhauses!
Modell Bauhaus ist noch bis 4. Oktober geöffnet.

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Der Georg-Kolbe-Hain in Berlin

Freitag, 14. August 2009 19:07

Nicht weit vom ehemaligen Wohnhaus und Atelier, dem heutigen Museum des Bildhauers Georg Kolbe (1877-1947), findet man einen öffentlichen Park, den seit 1957 fünf große Bronzefiguren von Kolbe schmücken. Alle Skulpturen stammen aus dem Spätwerk Kolbes und wurden erst nach seinem Tod in Bronze gegossen. Die Gipsmodelle befinden sich im Besitz des Kolbe-Museums.
Kolbe, der sich um die Jahrhundertwende intensiv mit Auguste Rodin auseinandersetzte und später kurz mit expressionistischer Kunst in Kontakt kam, näherte sich in seinen Werken ab Mitte der 1920er Jahre einem klassisch-heroischen Menschenbild. Er liess sich nicht wie Arno Breker oder Josef Thorak komplett von den Nationalsozialisten vereinahmen, konnte trotzdem weiter in Deutschland arbeiten. Seine Werke waren anerkannt und wurden mehrfach in den Großen Deutschen Kunstausstellungen in München ausgestellt.
Die Entwürfe zu den im Georg-Kolbe-Hain aufgestellten Skulpturen entstanden allesamt zur Zeit des Nationalsozialismus. Die “Große Kniende” (1942/43), fast zwei Meter hoch, sollte als ein Teil einer zweiteiligen Gruppe vor einem Heim der Hitlerjugend in Eilenburg (Sachsen) stehen. Die Figur “Dionysos” (1932) ist etwa 2,60 Meter hoch und zeigt den Gott des Weines mit gesenktem Kopf in ungewöhnlicher Schrittstellung. Man nimmt an, dass die Figur ein Ergebnis von Kolbes Beschäftigung mit Friedrich Nietzsches “Die Geburt der Tragödie aus dem Geist der Musik” ist. Ebenfalls überlebensgroß: die “Ruhende Frau” (1939/41), die Kolbe als Teil einer nie ausgeführten Ergänzungsgruppe für ein Richard-Wagner-Denkmal in Leipzig entwarf. Am anderen Ende des Parks steht die Gruppe “Mars und Venus” (1939/40), zwei Akte in  komplizierter Anordnung. Dass zumindest durch die Wahl des Titels, wie auf einer im Kolbe-Museum ausliegenden Kopie vermutet wird, auf den gerade begonnenen Zweiten Weltkrieg angespielt wird (Mars ist in der römischen Mythologie der Gott des Krieges), klingt einleuchtend. Die letzte Skulptur, “Der Große Stürzende” (1940/42), geplant als Teil eines Kriegerdenkmals in Potsdam, stellt einen pathetisch zusammenbrechenden, nackten Soldaten dar.
Überlebensgroße Akte, kräftig gebaut und ohne jegliches erzählendes Beiwerk: Mit großen Gesten versuchte Kolbe in seinen fünf Skulpturen ein klassisches Ideal heraufzubeschwören, das in der internationalen Kunst zur gleichen Zeit kaum mehr eine Rolle spielte. Die Kunstwerke in dem stillen, halb verwilderten Park, der seit 1989 unter Denkmalschutz steht, sind trotz ihrer widersprüchlichen und problematischen Aussagen ein wichtiges Stück deutscher Kunstgeschichte. Ein Besuch des Hains ist also unbedingt zu empfehlen.

Große Kniende, Georg Kolbe 1942/43

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Brunnen auf dem Nettelbeckplatz: Tanz auf dem Vulkan

Mittwoch, 5. August 2009 11:20

Ein ganz besonderes Highlight realistischer Kunst steht auf dem Nettelbeckplatz in Berlin Wedding. Im Jahr 1988 gewann die Künstlerin Ludmila Seefried Matejkova einen offiziellen Wettbewerb und entwarf einen etwa 9 Meter breiten Brunnen mit dem Titel “Tanz auf dem Vulkan”. Und genau das ist auch dargestellt: Einige modisch gekleidete lebensgroße Bronzefiguren (Sonnenbrille, offenes Hemd) tanzen auf dem Rand eines schiefen Mini-Vulkans. Den Takt gibt ein Klavierspieler am Fuße des Berges an - und das ist niemand anderes als der Teufel persönlich. (Dank an Michaela für den Hinweis!) Statt nach dem nächsten Besuch des Wochenmarkts Nettelbeckplatz also mit den Einkäufen nach Hause zu spurten, sollte man sich den (im Sommer von Kindern belagerten) Brunnen mal etwas genauer ansehen!

Brunnen auf dem Nettelbeckplatz: Tanz auf dem Vulkan

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