Beitrags-Archiv für die Kategory 'Architektur'

Rieseneis in Köln: Oldenburgs “Dropped Cone”

Sonntag, 16. Januar 2011 16:09

Erdbeer, Schoko oder Vanille? Die Eistüte auf dem Dach der Kölner Neumarkt-Galerie ist mit 12 Metern Höhe zwar riesig, birgt aber nur eine einzige Kugel Vanille-Eis. Und das fängt auch schon an zu schmelzen! Die witzige Skulptur „Dropped Cone” (2001) der Pop-Art-Künstler Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen hätte auch vor Schreck einem Riesen aus der Hand gefallen sein können, als er in Richtung Kölner Dom guckte. Die Eistüte steht nämlich gerade nicht wie vor der Eisdiele aufrecht, sondern steckt verkehrtherum auf einer Gebäudeecke. Oldenburg ist bekannt für seine ironischen Kommentare zu Konsum und Warenwelt. Seine Markenzeichen sind extrem vergrößerte Alltagsgegenstände wie Wäscheklammern, Tortenstücke oder Federbälle (hier andere spektakuläre Großobjekte). Die Kölner Skulptur wertet nicht nur langweilige 08/15-Architektur auf, sie befindet sich auf dem Dach einer Einkaufspassage und am Beginn der Schildergasse, einer großen Fußgängerzone, - also genau am richtigen Ort für unterhaltsame Konsumkritik.

Eine Eistüte über der Stadt: Dropped Cone von Claes Oldenburg und Coosje van Bruggen (2001)

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Thema: Architektur, Kunst | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Hochhaus in der Wüste: Burj Khalifa in Dubai

Sonntag, 9. Januar 2011 14:21

Der Burj Khalifa ist das höchste Gebäude der Welt: 828 Meter bis zur Spitze, 163 nutzbare Etagen. Der Größenwahn mitten in der Wüste geht auch um und unter dem vom amerikanischen Architekten Adrian Smith entworfenen Büro- und Hotelturm munter weiter. Eine riesige Shoppingmall mit 1200 Geschäften und das größte Wasserspiel der Welt umgeben den Burj Khalifa. Bei Wind schwankt der Turm ganz oben übrigens bis zu 1,5 Meter. Die Gäste des ersten Armani-Hotels bekommen davon nichts mit, denn das erstreckt sich nur über die unteren 37 Etagen. Das größte Problem der vielen Dubai-Besucher ist ein anderes: Wie bekommt man den Turm komplett auf ein Foto?

Das höchste Haus der Welt: Burj Khalifa in Dubai

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Thema: Architektur | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Romanik in Köln: St. Aposteln

Dienstag, 21. Dezember 2010 6:01

St. Aposteln: Ansicht von Osten auf die Dreikonchenanlage

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Escape from Colditz: Flucht aus Sachsen

Dienstag, 3. August 2010 17:17

Schon Ende des 11. Jahrhunderts baute man hier eine Burg. Doch so lang und wechselhaft die Geschichte von Schloss Colditz in Sachsen auch ist, die sechs Jahre von 1939-45 als Gefangenenlager Oflag IV-C überdecken bis heute alle anderen Ereignisse.
Im 12. Jahrhundert wurde Colditz unter Kaiser Friedrich I. zum Reichsgut, im 15. Jahrhundert wechselte es in den Besitz der Wettiner. Die letzte Blüte erlebte Colditz unter August dem Starken, der es als Jagdschloss nutzte. Dann wurde es Armen-, Irren- und Krankenhaus und aufgrund der (vermeintlich) ausbruchsicheren Lage unter den Nazis schließlich Gefangenenlager für Offiziere aus Großbritannien, dem Commonwealth, Frankreich, Belgien, Holland und Polen. Prominente wie die Neffen von Churchill oder von König George VI., Journalisten oder Kriegshelden wurden hier ebenfalls nach den Genfer Konventionen festgehalten. (Also ganz im Gegensatz zu den Insassen der KZs weder gefoltert noch ermordert.) Natürlich haben viele trotzdem versucht zu fliehen. Unter den Gefangenen galt es sogar zum guten Ton, immer wieder neue Ausbruchversuche zu starten. Die meisten Ausbrüche sind so kreativ und spektakulär, dass sie sich kein Thrillerautor hätte besser ausdenken können:
Leutnant Airey Neave verkleidete sich als deutscher Gefreiter, wurde aber schnell enttarnt. Oberleutnant Perodeau dagegen wurde zum Doppelgänger eines deutschen Elektrikers, der natürlich ungehindert in Colditz ein- und ausgehen konnte. Doch auch Perodeau wurde erwischt. Puppen, die beim Zählappell geflohene Kameraden ersetzten, lange Tunnel durchs Felsgestein, ein selbst gebauter Segelflieger… - die einzelnen Aktionen (nachzulesen hier) lieferten schon Stoff für zahlreiche Bücher und Filme.
Die Ausstellung im Schloss widmet sich vor allem der Zeit als Gefangenenlager und bei Führungen wird man direkt an die Orte der Ausbruchversuche geführt. Wem der Weg ins tiefste Sachsen nicht zu weit ist, dem sei dieser Nervenkitzel sehr empfohlen!

Schloss Colditz: Blick von Süden

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Mit dem Rad zur Moderne: Architektur in Zehlendorf

Samstag, 24. Juli 2010 18:24

Die Idee ist ganz simpel: Mit einem MP3-Player ausgestattet fährt man mit dem Rad von einem Architektur-Klassiker zum nächsten. Immer wenn man die richtige Hausnummer entdeckt, drückt man auf Play und hört sich Interessantes zu Architekt, Auftraggeber, Entstehungszeit und Gebäude an.
Schon seit 2008 bietet das Haus am Waldsee eine von UdK-Studenten recherchierte Audiotour zu bemerkenswerten Wohnhäusern in Berlin-Zehlendorf. Nach 1900 wurden in dem seenreichen Bezirk tief im Süden Berlins jede Menge Häuser gebaut - mit der neuen S-Bahn war man schließlich auch schnell wieder in der Innenstadt. Alle der 12 vorgestellten Häuser nehmen Bezug auf die Besonderheiten des Orte: Wald, Wiese, Wasser - und das in der Großstadt!
Es geht los mit Walter Gropius’ Haus Lewin in der Fischerhüttenstraße (1928/29), einem fast unveränderten weißen Bauhaus-Riegel. Es folgt mit dem Haus Werner (1913) ein untypisches Frühwerk Ludwig Mies van der Rohes, von dem auch das Haus Perls (1911) eine Straßenecke weiter stammt. Weiter geht es zu dem von englischen Landhäusern inspirierten Haus Springer (1911) von den Stuttgarter Architekten Eisenlohr und Pfennig und dann zum riesigen Haus von Velsen von Hermann Muthesius (1907/08). Tja und spätestens hier wünscht man sich, doch mal einen Blick in Haus und Garten zu werfen. Denn auch bei den folgenden Häusern Mohrbutter (1912/13), de Burlet (1911/12) und Kuscynski (1913/14) des Werkbund-Architekten versperren Hecken, Mauern und Zäune leider oft den Blick. Dem Bauherrn von Gropius’ Haus Otte (1921/22) war es allerdings ganz recht, dass Wein sein Haus berankte - ihm war das alles viel zu modern. Was er wohl zum weißen Würfel Haus Abraham (1927/28) der Architekten Korn und Weitzmann gesagt hätte? Die Tour endet schließlich bei dem spektakulären Loftcube (2003) von Werner Aisslinger im Garten des Hauses am Waldsee.
Mit etwa 90 Minuten hat der Guide genau die richtige Länge - auch wenn man bei der Tour noch an vielen anderen Schmuckstücken vorbeiradelt. Es gibt Anekdoten, kurze Biographien der Architekten und natürlich treffende Baubeschreibungen - alles verständlich und unterhaltsam. Und da auch Fahrräder vor Ort ausgeliehen werden können, ist die Tour mit Guide sowieso ein echter Tipp für Rad-lose Architektur-Fans aber auch für Berlin-Besucher, die mehr als nur die überlaufene Mitte sehen wollen!

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Expressionismus am Rhein: Die Bastei von Wilhelm Riphahn

Dienstag, 6. Juli 2010 10:22

Das ausladende Dach der Bastei, das wie ein Teller oder ein Frisbee in Richtung Rhein schwebt, ist das auffälligste Merkmal des Restaurants im Kölner Norden und sogar schon in die Literaturgeschichte eingegangen: In einem Gedicht träumte sich Joachim Ringelnatz das Dach drehend wie ein Karussel. Der Architekt Wilhelm Riphahn setzte die Bastei 1923-24 auf eine sogenannte Kaponniere, einen massiven, hervorstehenden Raum, von dem aus der Feind direkt beschossen werden sollte. Im Inneren dieses Sockels befinden sich Treppen, Lager und Versorgungsräume. Die Gäste speisen auch heute wieder mit Rundumblick im verglasten Hauptgeschoß. Denn im Zweiten Weltkrieg wurde die Bastei schwer zerstört, konnte aber 1958 von Riphahn selbst wieder aufgebaut werden. Mit den auffälligen Zackenformen des Daches und der prismenförmigen Anordnung der Fenster ist die Bastei ein kleines aber beeindruckendes Beispiel expressionistischer Architektur.

Expressionismus am Rhein: Bastei

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Das Haus aus “A Single Man”: Schaffer Residence von John Lautner zu verkaufenn

Dienstag, 8. Juni 2010 10:31

Zwischen ganz viel Werbung in der neuen Monopol entdeckt: Das großartige Haus aus Tom Fords Isherwood-Verfilmung “A Single Man” steht zum Verkauf. Genau das Haus, in dem Colin Firth (als melancholischer Literaturprofessor) sich mit Julianne Moore betrinkt, wo er in der Küche Zettel für die Haushälterin schreibt und wo er sich schließlich auf den Selbstmord vorbereitet.
Gebaut wurde die Schaffer Residence in Glendale, Kalifornien schon 1949 von John Lautner, einem Schüler Frank Lloyd Wrights. Den Einfluß Wrights erkennt man auch sofort an der Einbettung des Gebäudes in die Landschaft, an den unregelmäßigen Räumen und den natürlichen Materialien wie Redwood. Preis für eines der Lieblingshäuser von u.a. Frank O. Gehry: 1.495.000 $.

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Turmkunst: Bierpinsel Steglitz

Dienstag, 20. April 2010 17:25

Gelandet ist das UFO schon Mitte der 70er Jahre. Doch richtig bunt wird es erst jetzt. Das liebevoll Bierpinsel genannte, ehemalige Turmrestaurant Steglitz der ICC-Architekten Ralf Schüler und Ursulina Schüler-Witte stand in den letzten Jahren leer. Seit Anfang April gestalten nun vier internationale Street Art-Künstler die Außenhaut des futuristischen Gebäudes. Bis Mitte April ist es noch Flying Förtress aus Hamburg. Im Inneren gibt es eine von der Vicious Gallery organisierte Ausstellung mit Urban Art u.a. von Dave The Chimp, Sozyone González und Stefan Strumbel. Unter turmkunst.de finden sich weitere Informationen, einen kritischen Bericht über das Projekt und die Organisatoren gibt es bei proud.de und immer wieder aktuelle Fotos erscheinen bei ekosystem.org. Hier einige Aufnahmen vom 17. April 2010:

Der Steglitzer Bierpinsel

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Rundgang durch die amerikanische Geschichte. Die National Mall in Washington D.C.

Dienstag, 23. März 2010 12:32

Die National Mall in Washington D.C. ist so etwas wie die nachgebaute, in Stein gehauene Geschichte der USA. Man läuft über ein riesiges Gelände und bekommt Stück für Stück einen Überblick über die für Amerikaner wichtigsten Ereignisse und Persönlichkeiten. Nebeneffekt: In dieser Ballung unterschiedlicher Denkmäler erfährt selbst ein kunsthistorischer Laie auch ganz schnell die Grenzen realistischer Darstellungen.
Starten wir am strahlend weißen Lincoln Memorial, in dem der überdimensionale Marmorpräsident seit 1911 stockstarr thront. Vor dem dorischen Tempel blickt man (wie Martin Luther King 1963 während seiner “I have a dream”-Rede) auf den sogenannten Reflecting Pool in Richtung Obelisk des Washington Monuments. Das Denkmal für den ersten US-Präsidenten aus dem Jahr 1888 ist eins der ältesten und bis heute eines der wenigen abstrakten Kunstwerke auf der Mall, auch wenn man im Inneren natürlich eine realistische Washington-Skulptur findet.
Eine öffentliche Diskussion über das Denkmal für die Veteranen des Vietnamkriegs von Maya Lin führte dazu, dass man ihrer beeindruckenden Wand mit den Namen der Gefallenen, die sich wie eine Wunde in die Boden schneidet, eine platte realistische Skulpturengruppe mit drei Kriegern zur Seite stellte. Das etwas abgelegene Jefferson Memorial ist nichts mehr als eine müde Variante des Lincoln Memorial: quadratischer/runder Grundriss, offen/geschlossen, sitzend/stehend, Marmor/Bronze usw. Doch so richtig peinlich wird es beim erst 2004 eröffneten Denkmal für den 2. Weltkrieg. Die Einfallslosigkeit der Architekten soll wieder einmal mit Größe und Monumentalität überspielt werden. Schnell weiter zum Denkmal für die Gefallenen des Koreakriegs, das auf immerhin eine ganz interessante Art die Natur in das Kunstwerk integriert. Und dann schließlich das Highlight: Beim Franklin Delano Roosevelt Memorial schlendert man durch einen großen Skulpturenpark und gleichzeitig durch Roosevelts Präsidentenlaufbahn. Dabei lernt man Fala, den Lieblingshund der Roosevelts kennen, guckt auf die Schuhe seiner Frau oder sieht ihm im Rollstuhl sitzen. Warum hatte man nicht einfach Duane Hanson beauftragt, die Roosevelts nachzubauen?
Als Europäer ist man mit Sicherheit nicht halb so gut über die dargestellten Personen informiert wie die Amerikaner, die schon in ihren Schulausflügen zur Mall pilgern. Doch mit etwas Abstand erkennt man den Zweck dieser riesigen Denkmalsanlage als simple Heldenverehrung, die den Besuchern ein einseitiges Geschichtsbild aufoktroyiert. Große Erleichterung herrscht schließlich, wenn man in Nähe des Weißen Hauses den National Christmas Tree entdeckt, der nicht ganz so perfekt aussieht, wie alles andere um ihn herum.

Lincoln Memorial

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New Museum of Contemporary Art in New York

Mittwoch, 17. März 2010 12:22

Sejima and Nishizawa and Associates (SANAA): New Museum

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