Philip Krömer: Ymir oder: Aus der Hirnschale der Himmel

Was für ein Buch! Nicht nur der Roman, in dem es um eine abenteuerliche Expedition ins Innere der Erde geht, auch die grafische Gestaltung ist etwas Besonderes! Cover, Innenseiten, Kapitelanfänge und alle sonstigen Illustrationen stammen aus einem Medizinlehrbuch des 19. Jahrhunderts und bilden eine zweite Ebene, die im Text mal mehr und mal weniger stark angesprochen wird. Den Abstieg in die Tiefe kann man nämlich auch als Weg durch den menschlichen Verdauungstrakt deuten.
Doch mit nur einem Deutungsansatz kommt man bei „Ymir“ nicht sehr weit. Schon die originelle Rahmenhandlung macht uns Leser zum Komplizen (oder tappen wir da etwa in eine Falle, werden hereingelegt?). (In vielen Klammern gibt uns der Erzähler zusätzliche Späße oder Wendungen mit auf den Weg.)
In die spannende Erzählung sind immer wieder (oft hanebüchene) Originalzitate der Edda, Adolf Hitlers und immer wieder Richard Wagners eingewoben. Es geht um die Suche nach dem reinen Ursprungsarier und gleichzeitig auch um die philosophische Frage nach dem Nichts. Natürlich werden beide Punkte mit einer ordentlichen Portion Ironie hinterfragt. Auch klassische Abenteuerromane wie die von Jules Verne werden auf die Schippe genommen.
Für mich war das Buch ein großer, cleverer Spaß! Wann erscheint im kleinen Homunculus Verlag aus Erlangen eigentlich Nachschub?

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