Jonas Karlsson: Das Zimmer

Büro, Büro. Viele Angestellte kennen so etwas: Tratsch in der Teeküche, Betriebsweihnachtsfeier mit Kollegen, unterschiedliche Ansichten über effiziente Ablagesysteme. Am wichtigsten aber sind natürlich die zwischenmenschlichen Beziehungen – erst recht in so einem Großraumbüro, wie es Jonas Karlsson im kurzen Roman „Das Zimmer“ beschreibt.
Ich-Erzähler Björn kommt in ein neues Team und wird (oder fühlt sich?) gemobbt. Er hat ein kleines Zimmer neben den Toiletten entdeckt, welches seine Kollegen offenbar noch nicht kennen. Oder stellen sie ihm eine Falle, um ihn loszuwerden? Zwar ist Björn ein egoistischer Arsch, aber dank seiner kurzen Pausen in diesem Zimmer, einem komplett ausgestatteten Mini-Büro, leistet er hervorragende Arbeit. Das wird auch seinen Chefs bald klar. Doch wie sind die Konflikte zwischem ihm und den anderen zu lösen?
Der Büro-Roman „Das Zimmer“ ist zuerst einmal für alle interessant, die selbst in einem Büro mit mehreren Menschen zusammenarbeiten durften. Die kleinen alltäglichen Gesten, Blicke, Stichelein sind treffend beschrieben. Doch auf den zweiten Blick geht es im Roman um Fragen nach dem Individuum, dessen Einzigartigkeit und den Umgang der Gesellschaft mit ihren einzelnen Mitgliedern. Wie in Kafkas Geschichten gibt es auch hier verwirrende und fantastische Momente, die eine eigentümlich psychologische Spannung erzeugen, obwohl eigentlich kaum etwas passiert.
Fazit: Fünf von fünf Kaffeetassen!

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