Ernst Ludwig Kirchner auf Fehmarn

Ernst Ludwig Kirchner auf FehmarnMehr als ein Jahr gab es an dieser Stelle keine neuen Einträge. Der Grund: In den letzten Wochen und Monaten habe ich selbst ein kleines Taschenbuch geschrieben, welches Anfang August im Heidelberger Morio Verlag, einem Imprint des Mitteldeutschen Verlags, erschien. In dem Buch der Reihe „Stationen“ geht es um die Sommeraufenthalte des expressionistischen Künstlers Ernst Ludwig Kirchner auf der Ostseeinsel Fehmarn.

Vier Sommer, 1908 und dann 1912 bis 1914, war Kirchner auf der Insel und verwirklichte dort seinen Traum von einem Leben im Einklang mit der Natur. Dort zeichnete, malte, schnitzte, druckte und fotografierte er in einem regelrechten Schaffensrausch – heute befinden sich seine vielen Fehmarn-Werke in Kunstsammlungen überall auf der Welt.

Für das Buch habe ich über 50 Abbildungen recherchiert; nicht nur von während der Zeit entstandenen Kunstwerken der unterschiedlichsten Gattungen, sondern auch historische oder aktuelle Fotografien. Zudem sind in den letzten Jahren Kirchners Briefe und Postkarten veröffentlicht worden, sodass einige schöne Zitate das Leben auf der Insel anschaulich werden lassen.

Kirchner lebte mit seiner Frau Erna Schilling, die er kurz vor der Abreise in Berlin kennenlernte, von 1912 bis 1914 beim Leuchtturmwärter Lüthmann auf der südöstlichen Inselspitze Staberhuk. Gemeinsam mit ihr und einigen berühmten Gästen, z.B. den Malerfreunden Erich Heckel oder Otto Mueller, erlebte Kirchner auch einige Abenteuer. Um eine Hütte am Strand bauen und viele Skulpturen schnitzen zu können, schwamm er beispielsweise häufig zu einem untergegangenen Boot und holte sich aufgeschwemmtes und daher leicht zu bearbeitendes Holz. Auch Florian Illies schrieb über diesen Sommer auf Fehmarn in dem Bestseller „1913“.
Ein Jahr danach, mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 mussten Erna und Kirchner die Insel abrupt verlassen – später erinnert er sich oft an die schöne Zeit an der Ostsee zurück. Bis zu seinem Tod 1938 wird er allerdings nie wieder nach Fehmarn reisen können.

Vor einigen Tagen begab ich mich nun selbst auf die Spuren Kirchners und trotz des wechselhaften Wetters haben mich die Orte, an denen Kirchner vor über 100 Jahren lebte und arbeitete, genauso begeistert. Ob die Nikolaikirche mit der barocken Kuppel in der Insel-Hauptstadt Burg oder die abwechslungsreichen Strände am Staberhuk – Fehmarn ist noch heute eine Reise wert. Und mit meinem kleinen Kirchner-Büchlein in der Tasche erfährt man, warum die Monate auf der Insel für den Künstler die schönsten seines Lebens waren.

Bestellen kann man den Band entweder direkt beim Verlag, bei Kohlibri oder Amazon und natürlich auch beim Buchhändler um die Ecke!

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