Geklebte Schneeflocken: autoR von Carsten Nicolai

Zum dritten und letzten Mal verändert sich die Fassade der Temporären Kunsthalle auf dem Berliner Schlossplatz. Carsten Nicolai ließ für sein Projekt “autoR” 100.000 bunte Aufkleber in Form von dreiteiligen Kreuzen herstellen. Jeder Besucher kann nun bis zum Ende der Kunsthalle am 31.08. die Außenhaut ganz individuell bekleben. Die Aufkleber lassen sich leicht zu Strukturen gruppieren, die an Zeichnungen und Modelle aus Chemie und Physik erinnern. Doch viele Teilnehmer kleben anders, widersetzen sich gedachten Vorgaben. Aufkleber werden zerrisssen und in Einzelteilen angeklebt, sie werden zu Klumpen geformt und an die Wand geworfen, oft wollen sich Leute mit ihren Namen verewigen. Und doch entfaltet die sich ständig ändernde Fassade in ihrem Chaos einen besonderen Reiz: Steht man direkt vor dem Gebäude rieseln die bunte Sterne wie Schneeflocken herunter. Geht man so dicht an die Wand, dass man nichts mehr von den Gebäuden des Schlossplatzes wahrnimmt, fällt man regelrecht in eine Buchstabensuppe. Der impressionistische Orton-Effekt der Fotos verstärkt den Weltflucht-Reflex noch zusätzlich!

autoR von Carsten Nicolai an der Temporären Kunsthalle Berlin

Bild 1 von 12

Autor: Steffen
Datum: Sonntag, 18. Juli 2010 15:31
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4 Kommentare

  1. 1

    Bin eigentlich kein Kunstfan… aber das sieht wirklich cool und schön aus!

  2. 2

    erinnert irgendwie an die bunten stecker, mit denen man sich als kind bunte bilder “bauen” konnte. sehr schön.

  3. 3

    sehr gute sache. wir möchten auch an die Initiative Kölner Kunstfestival „Artrmx“ 2008 erinnern. artrmx.com
    sowas muss öfter stattfinden.

  4. 4

    Ja geil, die Stecker kenne ich auch noch oder diese Bunten Perlen, die man dann spåter mit dem Bügeleisen verklebt hat. Lol, das Bild sieht irwi echt cool aus!

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