Zoot Woman: We won’t break

Auch wenn das Musikvideo zu „We won’t break“ von der britischen Elektro-Band Zoot Woman schon etwas älter ist, sollen an dieser Stelle die kunsthistorischen Zitate genauer unter die Lupe genommen werden. Schon die Fleet Foxes bedienten sich bei der Gestaltung ihres Plattencovers bei einem Gemälde Pieter Bruegels, genannt Bauern-Bruegel (mehr dazu hier). Für Zoot Woman gingen zwei Wiener Studenten einen Schritt weiter und nahmen gleich eine Handvoll Bruegel- und Bosch-Bilder und bastelten eine witzige Animation. Motto: Beim Sound von Zoot Woman können selbst 500 Jahre alte Phantasie-Figuren nicht stillhalten!

Es geht los mit Bruegels „De dulle Greet„. Hier (siehe Screenshot) hängt „Die tolle Grete“ stark verkleinert an der Wand in der Mitte der oberen Reihe. Das über 1,60m breite Original befindet sich im Museum Mayer van den Bergh in Antwerpen. Die verrückte Grete schwingt sich also aufs Fahrrad und brennt genauso durch wie schon einige andere Figuren vor ihr. Der gebückte, einen Wagen ziehende Alte stammt beispielsweise aus Hieronymus Boschs „Der Gaukler“ (Musée municipal de Saint-Germain-en-Laye). Eine andere Gruppe ist unterdessen mit einem bunten VW-Bus unterwegs. Grete radelt durch Bruegels „Sturz des Ikarus“ (Musees royaux des Beaux-Arts, Brüssel), in dem der pflügende Bauer im Vordergrund wohl gerade eine Pause macht. Prompt stürzt Grete Ikarus hinterher ins Wasser. Der Bus fährt in der Zwischenzeit durch die Wildnis hinter Boschs „Johannes der Täufer“ (Prado, Madrid) und weiter durch das entvölkerte Bosch-Gemälde „Der büßende Heilige Hieronymus“ (Königliches Museum, Gent), welches an der Wand rechts unter der Lampe hängt. Wo sind bloß die vielen Leute hin? Per Schiff und Ballon geht es durch Boschs berühmten „Garten der Lüste“ (Prado, Madrid), welcher hier in gleich zwei Ausschnitten (oben rechts, unten links) an der Wand zu sehen ist. Und dann das große Finale: „Party like it’s 1542“ heißt es in Anlehnung an den Prince-Klassiker. Im Hintergrund die Stadtlandschaft von Boschs „Epiphanie-Tryptichon“ (Prado, Madrid) und in der Mitte ein Babel-Turm aus einer von Bruegels vielen Darstellungen des Themas.
Ob für die beiden Regisseure Mirjam Baker und Mike Kren die Rechtefreiheit der Bilder der einzige Grund für die Wahl von Bosch und Bruegel gewesen ist, wie sie es beim ORF erzählen? Vielleicht wollten sie eher den schrägen, oft zwielichtigen, gruseligen Figuren endlich auch einmal etwas Spaß gönnen?!
Und jetzt noch einmal das komplette Video bei tape.tv!

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