Beiträge vom Mai, 2009

Wunschbilder. Sehnsucht und Wirklichkeit. Gemäldegalerie Alte Meister Dresden

Mittwoch, 6. Mai 2009 9:00

Es war August II. (August der Starke), der Dresden zu jener prunkvollen Barockmetropole machte, von der noch heute viele Einheimische und Touristen träumen. Unter August erlebte Sachsen nicht nur einen wirtschaftlichen, sondern auch einen kulturellen Aufschwung. An seinem Hof waren Künstler aus ganz Europa tätig. Die prächtige Ausstellung “Wunschbilder” in der Gemäldegalerie Alte Meister zeigt, wie Malerei in und für Dresden im 18. Jahrhundert aussah. Herrscherporträts, Historienmalerei und Canalettos berühmte Veduten werden genauso ausgestellt wie kleine Genrebilder und Landschaften. Die barocke Hängung lässt erahnen, wie überwältigend ein Galeriebesuch damals gewesen sein musste: In mehreren Reihen übereinander, Symmetrien und Blickachsen bildend, sind die farbigen Wände über und über mit goldgerahmten Bildern behangen. Und auch wenn man als Besucher etwas verloren zwischen so vielen Eindrücken ist und die vielen Texte und Informationstafeln eher verwirren als aufklären, wünscht man sich wie Peter Richter von der FAZ, dass diese Ausstellung für immer zu sehen bleibt.

Thema: Kunst | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Helene Hanff: 84 Charing Cross Road. Eine Freundschaft in Briefen

Dienstag, 5. Mai 2009 8:58

Eine lesesüchtige New Yorker Schriftstellerin entdeckt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg eine Anzeige des Londoner Antiquariats Marks & Co, Charing Cross Road Nr. 84, und schickt sofort eine Liste mit ihren “dringendsten Problemen” nach England. Schon ein paar Wochen später haben die Londoner Profis fast alle bestellten Bücher gefunden und Helene Hanff schreibt den nächsten Brief. Was als nüchterne Geschäftskorrespondenz (Umrechnungskurse, Verrechnungen usw.) anfängt, wird schnell zu einem äußerst kurzweiligen Briefwechsel über Bücher, Literatur und den Alltag in einer entbehrungsreichen Zeit. Frank Doel, der anfangs zurückhaltende Londoner Antiquar, erzählt von fehlenden Eiern, rationiertem Fleisch und der Mangelware Strumpfhosen. Helene in New York, die sich mit Aufträgen für Drehbücher über Wasser hält, hilft sofort und lässt aus Dänemark das Nötigste nach England schicken. Über die Jahre freunden sich die beiden an, Helene wird schnell die Heldin des gesamten Geschäfts. Da aber auch sie stets knapp bei Kasse ist, kann sie erst viele Jahre später nach London fliegen. 1970 erschien der Briefwechsel als Buch und wurde zum Bestseller in der englischsprachigen Welt. In Deutschland wurde “84 Charing Cross Road” erst 2002 veröffentlicht. Dank Helenes manchmal schnodderigen aber immer warmherzigen Sprüchen ist es ein wunderbarer Roman über Literatur und Freundschaft! 1987 wurde er mit Anne Bancroft und Anthony Hopkins verfilmt (“Zwischen den Zeilen”). Und für alle, die wissen wollen, was Helene so liest, listet Wikipedia sogar alle erwähnten Bücher auf.

Thema: Literatur | Kommentare (4) | Autor: Steffen

Frank Lloyd Wright: Unity Temple in Oak Park

Sonntag, 3. Mai 2009 9:23

Nachdem hier schon Frank Lloyd Wrights Wohnhaus mit Atelier in Oak Park (Chicago) vorgestellt wurde, folgt jetzt der von ihm entworfene Unity Temple aus dem Jahr 1904 ein paar Straßen weiter. Um die Jahrhundertwende zerstörte ein Feuer die alte Kirche und die Gemeinde beauftragte ihr Mitglied Wright mit einem Neubau für das schmale Grundstück. Die neue Kirche, eines der ersten Bauwerke aus Stahlbeton, sieht von außen eher aus wie ein Mausoleum: Vollkommen gegen die Außenwelt abgeschirmt, wie viele von Wrights Prairie-Häuser, befindet sich der Eingang versteckt hinter zwei Mauern an der Seite. In der Innenausstattung zeigt sich Wrights geometrischer Stil erstmals vollständig; ihm ging es um die Gestaltung eines würdevollen Raumes mit der Hilfe natürlicher Materialien. Mehr zum Unity Temple, der bald zum Weltkulturerbe gehören soll, gibt es hier. Wer sich für FLW und sein bewegtes Privatleben interessiert, der lese T.C. Boyles “Die Frauen”!

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Frank Lloyd Wright: Unity Temple

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Thema: Architektur | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Taschen eröffnet Laden in Berlin

Samstag, 2. Mai 2009 9:51

Am kommenden Donnerstag ist es soweit: Der Taschen-Verlag eröffnet in der Berliner Friedrichstraße einen eigenen Store. Das volle Spektrum des Verlagsprogramms will man dort präsentieren. Designer Phillipe Starck, dessen Bücher natürlich bei Taschen erscheinen, gestaltete die Einrichtung. Mit Sicherheit gibt es dort auch die Möglichkeit durch Walton Fords 1250,00 € teuren Bildband Pancha Tatra zu blättern. Am 15. Mai steht übrigens schon die nächste Neueröffnung ins Haus, dann in Kopenhagen.

Thema: Architektur, Kunst | Kommentare (0) | Autor: Steffen

Anish Kapoor: Cloud Gate in Chicago

Freitag, 1. Mai 2009 9:11

Vor ein paar Jahren gab es an dieser Stelle noch ein häßliches Bahnhofsgelände, doch zum Jahrtausendwechsel baute man in Chicago, nur ein paar Schritte vom Michigansee entfernt, den Millennium-Park. Zu dessen Highlights zählt neben einer atemberaubenden Freilichtbühne von Frank O. Gehry die über 100 Tonnen schwere Stahlskulptur “Cloud Gate” von Anish Kapoor. Seit der Enthüllung 2004 ist das gewölbte, bohnenförmige Kunstwerk zum Lieblingsfotomotiv aller Touristen geworden. Denn selbst bei schlechtem Wetter spiegeln sich in ihm die vielen Hochhäuser! Der in Mumbai geborene und in London lebende Kapoor macht mit seinen spektakulären Kunstwerken desöfteren von sich reden. In seiner letzten Installation “Shooting into the Corner” in Wien, feuerte eine große Kanone rote Farbpatronen an die Wand. Hier ein Video dazu.

Anish Kapoor: Cloud Gate.

Anis Kapoor: Cloud Gate in Chicago

Thema: Kunst | Kommentare (0) | Autor: Steffen