Michael Gottlieb Bindesbøll: Thorvaldsen-Museum in Kopenhagen
Sieben Jahre vor seinem Tod fasste der dänische Bildhauer Bertel Thorvaldsen (1770-1844) in Rom den Entschluss, seine Werke, seine Sammlung und sein Vermögen der Heimatstadt Kopenhagen zu überschreiben, damit dort ein ihm allein gewidmetes Museum entstünde. Die Unterstützung des Königs und aller Kopenhagener war ihm sicher; gehörte er doch über viele Jahrzehnte zu den wichtigsten Künstlern ganz Europas. Das Thorvaldsen-Museum ist das erste und gleichzeitig bedeutendste Bauwerk des dänischen Architekten Bindesbøll (1800-1856). Der 1848 eröffnete spätklassizistische Bau von Thorvaldsens Freund ist Dänemarks ältestes Museum und zeigt vom Grundriss bis zu den Wandbemalungen und den Fussbodenmosaiken zahlreiche antikisierende Elemente. Originale Abgüsse und Skulpturen von Thorvaldsen werden genauso ausgestellt wie seine große Kunstsammlung, die von antiken Stücken bis zu Gemälden seiner Zeitgenossen reicht. .

Freitag, 13. Februar 2009 10:26
Diese kräftigen Farben der Räume sind beeindruckend.
Ist es in der Kunstgeschichte eigentlich häufiger, dass ich als Künstler mit meinem Geld ein Museum baue, das meinen Namen trägt und meine Werke neben denen anderer präsentiere? Ist das nicht irgendwie konfliktgeladen? Ich meine für die anderen Künstler.
Mir fallen da nur Gegenbeispiele ein: Bode-Museum in Berlin nach dem Generaldirektor - zuvor auch der Geldgeber Kaiser Friedrich, das Pergamonmuseum nach dem dominant bestimmenden Altar. Oder eben ausschließlich die Werke des Künstlers wie das Van Gogh Museum in Amsterdam.
Hier kommt ja eben hinzu, dass das Thorvaldsen-Museum zu Lebzeiten von ihm selbst beauftragt wurde, er sich selbst gewissermaßen transzendental überhöht. Irgendwie hat das einen komischen Beigeschmack…
Freitag, 13. Februar 2009 11:12
Es ist nicht selten, dass Künstler noch zu Lebzeiten bestimmen, was mit ihrem Werk passieren soll. Doch oft hält sich die Nachwelt nicht daran. Berühmtestes Beispiel aus der Literatur: Kafka wollte, dass alle seine Manuskripte nach seinem Tod verbrannt werden sollten. Aber sein Freund Max Brod hat sie veröffentlicht. Das Thorvaldsen-Museum ist aber auch etwas Besonderes, da man dort Einblick in den gesamten Künstler-Kosmos bekommt. Und da passen die Werke anderer Künstler, von denen er sich hat beeinflussen lassen, ganz ausgezeichnet. Und: Selbstinszenierung und -erhöhung gehört im 19. Jahrhundert doch zum guten Ton! Unbedingt nach Kopenhagen fahren und angucken!